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    Im Zuge der Ermittlungen um die Verletzung der Privatsphäre des französischen Politikers Benjamin Griveaux ist nun die Freundin des russischen Aktionskünstlers Pjotr Pawlenski in Frankreich festgenommen worden. Laut dem Künstler soll seine Freundin von Griveaux intime Aufnahmen erhalten haben.

    Nach Angaben des Senders „BFMTV“ wurde die Frau wegen „Eimischung in die Privatsphäre“ und wegen „Verbreitung von intimem Material einer Person ohne deren Zustimmung“ in Gewahrsam genommen. Die junge Frau soll intime Videonachrichten des Politikers Benjamin Griveaux erhalten haben, hieß es weiter.

    Nachdem die intimen Aufnahmen im Internet aufgetaucht waren, gab Griveaux, Mitglied der Partei „La République En Marche!“ und Vertrauter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, am Freitag bekannt, nicht mehr für den Posten des Bürgermeisters von Paris zu kandidieren.

    Die Aufnahmen bezeichnete der Politiker als „schändliche Attacken“ auf sein Privatleben. Seit mehr als einem Jahr seien  seine Familie und er verleumderischen Aussagen, Lügen, Gerüchten, anonymen Angriffen (...) und Morddrohungen ausgesetzt gewesen, so Griveaux. Am Samstag erstattete er wegen „Einmischung in die Privatsphäre“ Anzeige.

    Aktion gegen Heuchelei

    Hinter der Veröffentlichung steht nach eigenen Angaben der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski. Auf dem Video soll sich der Bürgermeisterkandidat Griveaux selbst befriedigt haben. Die Aufnahmen soll der verheiratete Politiker der besagten Frau geschickt haben. Als Grund für die Veröffentlichung gab Pawlenski die „Heuchelei“ von Griveaux an, der sich im Wahlkampf als Beschützer von Familienwerten positioniert habe.

    Pawlenski, der vor allem für seine provokanten und radikalen Aktionen bekannt ist, befindet sich laut AFP zurzeit wegen gewaltsamen Handlungen am Silvesterabend in Untersuchungshaft. Die Inhaftierung stehe nicht im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Videos. Es soll ein Verfahren wegen „vorsätzlicher Gewaltanwendung mit einer Waffe“ eingeleitet worden sein.

    Der Künstler hatte 2017 in Frankreich Asyl erhalten. Bereits im Oktober desselben Jahres sorgte er für Bilder, die um die Welt gingen, als er die Eingangstür der französischen Notenbank in Brand setzte. Die Aktion hatte der Künstler damals mit dem Wunsch erklärt, eine „Weltrevolution“ auszulösen.

    Ein französisches Gericht diagnostizierte bei ihm psychische Störungen und beschloss, dass Pawlenski in Frankreich nur dann unter Kontrolle gehalten werden könne, wenn ihm die Freiheit genommen werde. 2018 wurde er wieder freigelassen. 

    mka/gs

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    Tags:
    Benjamin Griveaux, Skandal, Wahlkampf, Bürgermeisterkandidat, Paris