14:58 09 Juli 2020
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    Der Berater des libanesischen Präsidenten Amal Abu Zayed hat die Bemühungen der russischen Diplomatie gegenüber den arabischen Ländern gelobt und die Bedeutung der Nahostkonferenz des Waldai-Diskussionsklubs hochgeschätzt, die am Montag in Moskau eröffnet wurde.

    Laut Abu Zayed ist das Forum des Diskussionsklubs Waldai zu einer sehr wichtigen Plattform zur Besprechung von Fragen der Weltpolitik und -wirtschaft geworden. Vor allem seien die behandelten Probleme für Regionen wie Nahost und Afrika durchaus wichtig, sagte er in einem exklusiven Sputnik-Interview. Auch die Präsenz von Mitarbeitern von Außenministerien mehrerer Länder verleihe der Veranstaltung eine große Bedeutung.

    Die Nahostregion sei nicht nur vom geografischen Standpunkt gesehen durchaus wichtig, sie sei ein Zentrum der Interessen und Konflikte von fast allen Ländern, betonte Abu Zayed. „Das Forum soll uns dabei helfen, regionale Krisen besser zu verstehen und Lösungen zu finden, die für alle optimal wären“.

    „Moskau führt einen ehrlichen Dialog mit arabischen Ländern“

    Zudem gebe die Nahost-Konferenz des Waldai-Klubs eine deutlichere Vorstellung über die diplomatische Mission Russlands in der Region:

    „Russland führt einen ehrlichen Dialog mit arabischen Ländern, deshalb sind wir zu einem Dialog bereit“, äußerte er.

    Als Beispiel führte er die Rede des russischen Außenministers, Sergej Lawrow, bei der jüngsten Sicherheitskonferenz in München an, der vorgeschlagen hatte, die Verhandlungen zur Regelung des Palästina-Problems im Format eines vierseitigen Treffens durchzuführen:

    „Es ist unzulässig, den einseitigen Plan des ‚Jahrhundert-Deals‘ einfach anzunehmen. Dies wird negative Auswirkungen nicht nur für Israel und Palästina, sondern auch für die gesamte Region mit sich bringen. Und ein Viererformat ist einу ausgezeichnete Option für Gespräche. Gerade in einem Viererformat wird Russland im Stande sein, die offensichtlich proisraelische Haltung der USA auszugleichen“, sagte er.

    „Teufelskreis des ‚Arabischen Frühlings‘ ist zerrissen“

    Abu Zayed ging unter anderem auf die Folgen ein, die der sogenannte „Arabische Frühling“ mit sich gebracht hatte. Diese hätten auch sein Land getroffen, betonte er:

    „Wir Libanesen haben die Konsequenzen des Arabischen Frühlings ebenfalls gespürt. Und wir beobachten nach wie vor die negativen Auswirkungen, die die Revolution mit sich gebracht hat: in Syrien, im Irak und Jemen, in den Golfstaaten und sogar in Palästina“, fuhr er fort und ließ auch die Lage im Nachbarland Syrien nicht unerwähnt.

    Derzeit habe die syrische Regierung 90 Prozent des Staatsgebietes unter ihrer Kontrolle, indem sie ihre Tätigkeiten mit Russland und dem Iran koordiniere, sagte er.

    „Dies bedeutet, dass der Teufelskreis des ‚Arabischen Frühlings‘ zerrissen ist. Nach den Revolutionen mussten die arabischen Länder und Gesellschaften einen ernsthaften Schaden nehmen. Aber hoffentlich wird es nicht nur in Syrien, sondern im Irak, im Jemen sowie in mehreren anderen Gefahrenherden zu einem Frieden kommen“, äußerte er.

    Nahost-Konferenz des Waldai-Klubs

    Die 9. Nahost-Konferenz des Internationalen Diskussionsklubs „Waldai“ findet am 17. und 18. Februar in Moskau statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Nahost in der Zeit des Wandels: Hin zur Architektur einer neuen Stabilität“ wird von dem Diskussionsklub gemeinsam mit dem Institut für Orientstudien der Russischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt.

    asch/ae/sna

     

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    Libanon, Regelung, Palästina, Israel, Nahostregelung, Nahost-Politik, Nahostregion, Nahosten, Nahost, Russland, Russland