01:21 30 Oktober 2020
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    Moskau hofft laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, dass die Worte des französischen Präsidenten Emmanuel Macron über die Notwendigkeit des Dialogs mit Russland „in den Kopf der Nato eindringen“ werden.

    „Unsere Nato-Kollegen sind unaufrichtig, wenn sie ihre Bereitschaft zum Dialog mit Russland erklären. Sie sind offen für einen Dialog, den sie als Vorwürfe gegen uns verstehen, vor allem hinsichtlich der Ukraine“, sagte Lawrow am Montag in einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Münchner Sicherheitskonferenz.

    Der Nato-Russland-Rat, der jetzt aktiv propagiert werde, habe keine einzige Sitzung ohne Versuch durchgeführt, Russland zur Erörterung von Problemen der Ukraine zu zwingen.

    Lawrow erinnerte auch daran, dass gerade die Nato die gesamte Zusammenarbeit mit Russland, einschließlich der Terrorismusbekämpfung in Afghanistan sowie der Terrorismusbekämpfung auf globaler Ebene, gestoppt habe.

    Darüber hinaus gab  die Allianz keine Antwort auf konkrete Vorschläge Moskaus: die Übungen der russischen und der Nato-Streitkräfte von der Kontaktlinie auf eine vereinbarte Entfernung zu verlagern; die Frage der Sicherheit über der Ostsee, einschließlich der Möglichkeit des Einsatzes von Militärflugzeugtranspondern in dieser Zone zu behandeln und so weiter.

    „Unter diesen Umständen möchten wir natürlich, dass die Gedanken, die Präsident Macron schon mehrmals geäußert hat, in den Kopf der Nato eindringen, damit wir verstehen könnten, ob er krank oder gesund ist“, so der russische Chefdiplomat abschließend.

    „Dabei bin ich nicht prorussisch, sondern proeuropäisch“

    Bei seinem Auftritt auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz verteidigte Macron seine neue Strategie gegenüber Russland: „Wenn ich mich an die Stelle Russlands versetze, was sind ihre Optionen: Isolation? Wohl kaum. China? Ja, da haben wir sie etwas hingedrängt, aber auf Dauer ist das Hegemoniestreben Chinas mit dem Stolz Russlands nicht vereinbar. Also brauchen sie einen europäischen Partner. Und dabei bin ich nicht prorussisch, sondern proeuropäisch. Ich denke, wir haben gute Perspektiven, die sich gemeinsam mit Russland eröffnen. Wir brauchen einen strategischen Dialog mit Russland. Denn schlimmer als jetzt kann es nicht sein: Wir sprechen immer weniger miteinander, aber es gibt immer mehr Konflikte.“

    Auf Initiative Macrons gab es Ende 2019 erstmals wieder ein Treffen im Normandie-Format zum Ukraine-Konflikt auf der Ebene der Staatsoberhäupter. Ein nächstes Normandie-Treffen ist für April in Berlin angedacht.

    sm/gs

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    Tags:
    Kopf, NATO, Sergej Lawrow, Emmanuel Macron