21:19 15 Juli 2020
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    Führende deutsche Politiker haben sich zu der jüngsten Bluttat im hessischen Hanau mit elf Todesopfern geäußert. Es gibt auch die ersten Reaktionen aus dem Ausland.

    In Hanau wurden an zwei verschiedenen Orten neun Menschen erschossen. Stunden nach dem Verbrechen fand die Polizei in der Nacht zum Donnerstag die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung. Dort wurde auch eine weitere tote Person aufgefunden. 

    „Tiefe Anteilnahme“ 

    Die Bundesregierung hat bestürzt auf das schwere Gewaltverbrechen in Hanau mit bislang elf Toten reagiert.

    „Die Gedanken sind heute morgen bei den Menschen in #Hanau, in deren Mitte ein entsetzliches Verbrechen begangen wurde“, twitterte Seibert.

    Später teilte er mit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel wegen der Morde von Hanau ihre Reise zur Leopoldina nach Halle abgesagt hat: „Die Bundeskanzlerin lässt sich fortlaufend über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten.“

    Hanauer Oberbürgermeister

    Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigt sich in einer Sondersendung von „Bild live“ erschüttert über die Gewalttaten: „Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben.“ Via Facebook spricht er den Angehörigen der Opfer seine Anteilnahme aus:

    „Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer. Ihnen gilt mein tief empfundenes Beileid.“

    Maas meldet sich zu Wort 

    Außenminister Heiko Maas drückt den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus. „Die schrecklichen Ereignisse in Hanau schmerzen uns alle“, twitterte der SPD-Politiker.

    AKK: „Fassungslos und traurig“

    „Fürchterliche Nacht“

    Die Hanauer Bundestagsabgeordnete Katja Leikert (CDU) sagte gegenüber dpa: „Ich bin erschüttert darüber, was passiert ist.“ Sie twitterte unter anderem: „In dieser fürchterlichen Nacht in Hanau wünsche ich den Angehörigen der Getöteten viel Kraft und herzliches Beileid.“ Und:

    „Den Verletzten eine hoffentlich schnelle Genesung. Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle. Danke an alle Einsatzkräfte!!“

    „Rechter Terror“

    SPD-Spitze Saskia Esken schrieb bei Twitter von „rechtem Terror“. Sie bezog sich dabei offenbar auf ein Bekennerschreiben, in dem es Medienberichten zufolge rechtsradikale Äußerungen gegeben haben soll.

    Auch der hessische Innenminister Peter Beuth bestätigt einen mutmaßlichen rechtsextremen Hintergrund der Tat. „Nach unseren jetzigen Erkenntnissen ist ein fremdenfeindliches Motiv durchaus gegeben“, so der CDU-Politiker. Darauf deute etwa eine Homepage hin, aus der sich ein mutmaßlicher rechter Hintergrund ergebe. Der Täter soll legal im Besitz einer Waffe und Sportschütze gewesen sein.

    Die Ex-Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger äußert sich besorgt über die Zunahme rechtsextremer Gewalt.

    „Ein Rechtsextremist ermordet Walter Lübcke. Ein Rechtsextremist verübt einen antisemitischen Anschlag in Halle. Ein Rechtsextremist tötet zehn Menschen in Hanau“, sagt die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung.

    „Zu lange wurde die Gewaltbereitschaft der Rechtsextremisten unterschätzt. Was muss noch geschehen, bis die Gefahr durch rechten Terror endlich ernst genommen wird?“

    Grüne fordern rasche Aufklärung

    „Wenn sich bestätigt, dass diese grausame Tat aus rechtsextremen Motiven heraus erfolgte, muss neben vielen anderen Fragen sehr schnell geklärt werden, ob auch hier die Strategie eines Bürgerkriegsszenarios verfolgt wurde”, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Irene Mihalic, am Donnerstag gegenüber dpa.

    AfD-Politiker sorgt für Aufsehen

    Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski reagierte auf die Tat mit einem kurzen Kommentar über Merkels Deutschland, was viele Twitter-User empörend fanden:

    ​Reaktion aus EU

    Der EU-Ratspräsident Charles Michel äußerte sich auch zu dieser Tragödie:

    „Schwere Stunden in Hanau“

    Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz drückte allen Angehörigen und Freunden der Opfer ein Mitgefühl aus:

    Türkei spricht von „rassistischem Angriff”

    Die Türkei hat die Gewalttaten mit mehreren Toten in Hanau als „rassistischen Angriff” verurteilt und eine schnelle Aufklärung gefordert. „Wir erwarten von den deutschen Behörden maximale Anstrengungen, um den Vorfall aufzuklären”, schrieb der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, am Donnerstag auf Twitter.

    ​„Rassismus ist ein kollektiver Krebs”, fügte Kalin hinzu.

    Dieser Text wird laufend aktualisiert.

    ak/msch/dpa/rtr/sb

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    Tags:
    Politiker, Tote, Schießerei, Hessen, Deutschland