23:04 29 März 2020
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    Nach der Bluttat in Hanau, bei der nach derzeitigem Stand mindestens elf Menschen getötet worden sind, gab Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagmittag ein spontan einberufenes Pressestatement. „Ein trauriger Tag für Deutschland“, sagte sie. Zuvor kommentierte auch Verteidigungsministerin und Ex-CDU-Chefin AKK das Verbrechen.

    Ausgerechnet einen geplanten Termin in Halle (Saale) musste Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagvormittag absagen, um in Berlin spontan vor die Presse zu treten. In Halle ereignete sich schließlich vor wenigen Monaten ein blutiger Amoklauf vor einer Synagoge. Jetzt musste die Regierungschefin ein ähnliches Drama mit noch mehr Opfern in der hessischen Stadt Hanau kommentieren.

    „Heute ist ein überaus trauriger Tag für unser Land“, sagte Merkel am Donnerstagmittag gegenüber Pressevertretern zum Blutbad in Hanau. „Der tiefe Schmerz über den gewaltsamen Tod vieler Mitbürger, den die Menschen jetzt in Hanau empfinden, den empfinde ich und den empfinden Menschen in ganz Deutschland. Niemand kann ermessen, wieviel Leid der Täter über die Angehörigen und betroffenen Familien gebracht hat. Ich spreche Ihnen meine tiefe Anteilnahme aus.“

    „Schreckliches Erlebnis, das hinter uns liegt“

    Zudem hoffe sie, dass die Verletzten „nicht nur die körperlichen Folgen überwinden können, sondern auch die seelischen. Das schreckliche Erlebnis, das hinter ihnen liegt.“

    Merkel habe sich „seit dem frühen Morgen über den Stand der Ermittlungen in Hanau unterrichten lassen. Dafür habe ich Gespräche mit dem Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Bundesjustizministerin Lambrecht, dem hessischen Ministerpräsidenten Bouffier und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky geführt. Auch während des Europäischen Rates in Brüssel werde ich fortlaufend über den Zustand der Verletzten und den weiteren Gang der Ermittlungen informiert.“

    Motiv: „Rechtsextremismus und Rassismus“

    Für eine „abschließende Bewertung“ der Tat in Hessen sei es noch zu früh. Es werde allerdings „alles unternommen, um die Hintergründe dieser entsetzlichen Morde bis ins Letzte aufzuklären.“

    Doch weise derzeit „vieles darauf hin, dass der Täter aus rechtsextremistischen und rassistischen Motiven gehandelt hat. Aus Hass gegen Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens oder anderen Aussehens. Rassismus und Hass ist ein Gift. Und dieses Gift existiert in unserer Gesellschaft und ist schuld an zu vielen Verbrechen. Von den Untaten des NSU über den Mord an Walter Lübcke bis zu den Morden in Halle. Die Bundesregierung und alle staatlichen Institutionen stehen für die Rechte und Würde eines jeden Menschen in unserem Land. Wir unterscheiden Bürger nicht nach Herkunft oder Religion. Wir stellen uns denen, die versuchen, Deutschland zu spalten, mit aller Kraft und Geschlossenheit entgegen.“

    AKK: „Bin sprachlos“

    Zuvor äußerte sich Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gegenüber Medienvertretern. „Es ist in der Tat ein ganz schrecklicher und trauriger Morgen“, sagte „AKK“ am Donnerstagvormittag in Paris.

    „Einer, der mich persönlich fassungslos und sprachlos zurücklässt. Wir sehen bereits, dass es ein rechtsextremes Motiv gab. Das ist das Gift: Aus Mitbürgern Fremde zu machen. Das ist ein Gift, das immer stärker in unsere Gesellschaft eindringt und zu solchen Taten führen kann. Es gilt jetzt, die politische Debatte über dieses Gift zu führen.“

    Für die CDU und andere Parteien müsse klar sein, dass es „keine Zusammenarbeit mit der Partei geben darf, die Rechtsextreme, ja ich sage es ganz bewusst, Nazis in ihren eigenen Reihen duldet und die eine Grundlage legt, auch in der politischen Diskussion, für genau dieses Gedankengut.“

    Davor hatte bereits der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, am Donnerstag laut Medien gesagt, es sei davon auszugehen, „dass der Täter bewusst Menschen mit Migrationshintergrund treffen wollte“. Polizei und Justiz scheinen „häufig auf dem rechten Auge eine Sehschwäche zu haben“, kritisierte er.

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    Tags:
    Hanau, Amoklauf, Rechtsextremismus, Angela Merkel