13:58 03 April 2020
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    Beschlüsse wie die jüngste Resolution des estnischen Parlaments Riigikogu, welche die UdSSR neben Nazideutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verantwortlich macht, werden laut dem Parlamentarier Anatoli Schirokow dazu angenommen, um die Weltgemeinschaft zu überzeugen, die Sowjetunion wäre an der Entfesselung des Krieges schuld.

    „Dann müssen an der Weltordnung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat, Abänderungen vorgenommen werden“, sagte das Mitglied im russischen Föderationsrat während einer Veranstaltung in der Nachrichtenagentur „Rossiya Segodnya“. „Dann dürfte Russland als Rechtsnachfolger der Sowjetunion nicht mit Vetorecht im UN-Sicherheitsrat sitzen. Dann hätte Russland kein Recht, Beschlüsse jeder Art, die im Rahmen der UNO gefasst werden, direkt zu beeinflussen.“

    Dies würde aber bedeuten, so der Politiker, „dass Russland die Möglichkeit einbüßt, sich den Kräften zu widersetzen, die heute mit der Russischen Föderation in Konflikt geraten, dass ihm die Instrumente zur Regelung internationaler Konflikte genommen werden, die von unseren Vorfahren unter großen Opfern erkämpft worden sind.“

    Schirokow betont, es sei wichtig herauszubekommen, mit welchem Vergangenheitsbild die Gegenwart lebt.

    „Welche Fragen stellt sie an die Vergangenheit? Da man heute in Europa den Weg der Lösung konkreter politischer Aufgaben eingeschlagen hat, ist dadurch die Annahme von solchen Resolutionen, wie in Estland oder Polen, möglich geworden, die den Nazismus deutscher Prägung dem Sozialismus sowjetischer Prägung gleichsetzen. Infolgedessen spricht man über den Molotow-Ribbentrop-Pakt, während die Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland, zwischen Piłsudski und Hitler im Vorfeld des Krieges verschwiegen wird.“

    Der kriegerische Eifer sei inzwischen so gestiegen, dass sogar mit Hilfe staatlicher Dokumente gekämpft werde, stellt der Politiker fest. „Heute wird alles getan, beim Lesepublikum im Westen den Eindruck zu erwecken, gerade die Sowjetunion hätte den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, wobei die kolossalen Opfer ignoriert werden, die unser Land gebracht hat, damit Europa heute wenigstens als Ganzes fortbesteht. Gegenwärtig ist im Hinblick auf die Stärke der russischen Verteidigung keiner so verrückt, Russland einen heißen Krieg erklären zu wollen. Doch wird um Gemüter und somit auch um die Inhalte der Zukunft gerade im historischen Bereich intensiv gekämpft“, schlussfolgert Schirokow.

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    Tags:
    Wjatscheslaw Molotow, Joachim von Ribbentrop, UdSSR, Estland, Sowjetunion, Zweiter Weltkrieg