02:23 31 März 2020
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    Das Großmanöver „Defender Europe 20“, das am heutigen Freitag in die heiße Phase geht, spielt laut dem Kommandeur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, eine wichtige Rolle für die Landes- und Bündnisverteidigung.

    Die Übung ziele darauf ab, langfristig militärische Fähigkeiten aufzubauen und auf Krisenfälle vorbereitet zu sein.

    „Es ist in der Tat so, dass Russland durch die völkerrechtswidrige Annexion der Krim 2014 der Auslöser dieser Entwicklung ist. Russland ist aber nicht Anlass für die Übung, militärische Fähigkeiten können nur langfristig wiederaufgebaut und gepflegt werden“, sagte Schelleis der dpa. „Ursache und Wirkung müssen differenziert werden. Was sich die Nato jetzt wieder aneignet, kann Russland schon lange und hat es auch in den Übungen, wie z.B. Zapad (West), immer wieder nachgewiesen.“

    Das Manöver soll auch prüfen, ob die Allianz operativ Belastungen dieser Größenordnung bestehen könne. Mit 20.000 Amerikanern und militärischem Material sei der Umfang deutlich größer als bei anderen Übungen der letzten Jahre. „Es sind jetzt deutlich mehr handelnde Personen betroffen: Amerikaner, Deutsche, nicht nur Bundeswehrsoldaten, sondern auch Akteure der zivil-militärischen Zusammenarbeit, beispielsweise in Straßenverkehrsämtern und Polizeibeamte“, so der Kommandeur.

    Größtes Militärmanöver seit Kaltem Krieg

    „Defender Europe 20“ ist die größte Verlegeübung der US-Streitkräfte über den Atlantik seit 25 Jahren. Insgesamt sollen sich an der Übung 37.000 Soldaten aus 18 Nationen beteiligen. Die Übungen sollen in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum stattfinden.

    Auf dem Flughafen in Hamburg sollen bereits am heutigen Freitag US-Soldaten eintreffen, in Bremerhaven würden Militärgüter von vier Schiffen entladen. Behinderungen im Straßenverkehr seien nicht ausgeschlossen, sollten aber vermieden werden.

    Kritik gegen die Übung

    Die Militärübung sei allerdings nicht unumstritten und werde von Kritikern oft als Provokation gegenüber Moskau verstanden. Der Linken-Verteidigungspolitiker Alexander Neu kritisierte die Übung als Säbelrasseln und „unnötige Provokation in einer ohnehin bereits weit fortgeschrittenen Eskalation“.

    Die Umweltorganisation Greenpeace habe ebenfalls gegen die Aktivitäten protestiert, indem sie ein Schlauchboot mit einem angebundenen Drachen mit der Aufschrift „Stop war games, save peace“ eingesetzt habe.

    Erwartet werden weitere Proteste gegen die Übung. „Die Polizei ist darauf eingestellt, dies im üblichen Wege zu bereinigen. Proteste sind legitim. Straftaten sind es nicht“, sagte Schelleis dazu.

    aa/sb/dpa

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    Tags:
    NATO, Russland, Übung, Großmanöver, Proteste, Bundeswehr, Defender 2020