11:46 09 Juli 2020
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    Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski will die intimen Aufnahmen, die für einen Skandal um den französischen Politiker Benjamin Griveaux sorgten, gestohlen haben. Das sagte der Künstler gegenüber dem US-Fernsehsender CNN. Das Interview wurde am Freitag veröffentlicht.

    Pawlenski sagte dem Sender am Donnerstag, er habe das Video im November entdeckt und seiner Freundin Alexandra de Taddeo gestohlen. De Taddeo habe früher eine Beziehung mit Griveaux gehabt.

    „Ich habe dieses Video gestohlen“, zitiert CNN den Künstler.

    Seine Freundin habe „nicht gewusst, dass ich dieses Video gefunden und genommen habe“, so Pawlenski.

    „Ich habe ihr gezeigt, was ich mache, nach der Veröffentlichung.“

    Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte wegen „Einmischung in die Privatsphäre“ und wegen „Verbreitung von intimem Material einer Person ohne deren Zustimmung“ eine Ermittlung gegen Pjotr Pawlenski und Alexandra de Taddeo eingeleitet. Die beiden wurden unter gerichtliche Kontrolle gestellt.

    Skandal um Griveaux

    Im Netz war ein Video aufgetaucht, auf dem sich Benjamin Griveaux selbst befriedigt haben soll. Die Aufnahmen soll der verheiratete Politiker der besagten Frau geschickt haben.

    Am 14. Februar gab Griveaux, der der von Präsident Emmanuel Macron gegründeten Partei La République En Marche! (LREM) angehört, seine Entscheidung bekannt, nicht mehr für den Posten des Bürgermeisters von Paris zu kandidieren.

    Pjotr Pawlenski erklärte, dass er hinter der Veröffentlichung stehe. Als Grund für seine Handlungen gab der Künstler die „Heuchelei“ von Griveaux an, der sich im Wahlkampf als Beschützer von Familienwerten positioniert habe.

    Aktionskünstler aus Russland

    Pawlenski hatte 2017 in Frankreich Asyl erhalten. Bereits im Oktober desselben Jahres sorgte er für Bilder, die um die Welt gingen, als er die Eingangstür der französischen Notenbank in Brand setzte. Die Aktion hatte der Künstler damals mit dem Wunsch erklärt, eine „Weltrevolution“ auszulösen.

    Ein französisches Gericht diagnostizierte bei ihm psychische Störungen und beschloss, dass Pawlenski in Frankreich nur dann unter Kontrolle gehalten werden könne, wenn ihm die Freiheit genommen werde. 2018 wurde er wieder freigelassen.

    mo/mt/sna

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    Tags:
    En Marche, Paris, Frankreich, Pjotr Pawlenski, Benjamin Griveaux