20:03 30 März 2020
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    Vor dem Hintergrund andauernder Spannungen um die Ausbeutung von Erdgasvorkommen auf dem Festlandsockel Zyperns zeigt Frankreich Flagge in der Region. Am Freitag lief der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ im zyprischen Hafen von Limassol ein.

    Zuvor habe das Flaggschiff der französischen Marine Manöver zusammen mit zyprischen Einheiten durchgeführt, berichtete das zyprische Staatsfernsehen.

    Grund für die spektakuläre französische Militärpräsenz in Zypern ist die Entdeckung von Gasfeldern auf dem südlichen Festlandsockel Zyperns. Der französische Energieriese Total ist an den Erkundungen beteiligt.

    Gasstreit zwischen Türkei und Zypern eskaliert

    Diese Erdgasvorkommen haben zu schweren Spannungen zwischen Ankara und Nikosia geführt. Türkische Schiffe befinden sich ohne Genehmigung der Regierung in Nikosia im zyprischen Hoheitsgewässer südlich und westlich der Mittelmeerinsel und erkunden dort Rohstoff-Lagerstätten.

    Paris gibt Nikosia Rückendeckung

    Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur hatte die französische Verteidigungsministerin Florence Parly vergangene Woche Zypern besucht und der Regierung unter Präsident Nikos Anastasiades die Solidarität Frankreichs im Streit mit der Türkei um die ausschließliche Wirtschaftszone ausgesprochen. Auch die EU hat wiederholt die Handlungen der Türkei verurteilt und droht Ankara Sanktionen an.

    Türkisches Bohrschiff vor Ort eingetroffen

    Ungeachtet der EU-Restriktionen setzt die Türkei die Erkundung auf Zyperns Festlandsockel fort. Am 20. Januar sei das Bohrschiff „Yavuz“ vor der Südküste der Mittelmeerinsel eingetroffen, hatte der amtliche Sprecher des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, am gleichen Tag mitgeteilt.

    Die Zyperntürken hätten „mindestens so viele Rechte“ wie die Zyperngriechen, so Aksoy. Ankara werde auch weiter das Recht der Zyperntürken auf Naturreichtümer verteidigen. „Wenn es dort Öl und Erdgas gibt, sollen beide Seiten sich die Einnahmen teilen“, betonte der Sprecher.
    Geteilte Insel

    Zypern ist in einen nur von der Türkei anerkannten Norden – die sogenannte Türkische Republik Nordzypern - und in einen griechischen Süden geteilt. Die gesamte Insel ist als Republik Zypern international anerkannt und seit 2004 EU-Mitglied.

    Die Türkei und die Republik Zypern streiten sich um Öl- und Gasvorkommen auf dem Festlandsockel der Insel. Aus EU-Sicht unternimmt die Türkei unbefugte Gaserkundungen und -bohrungen vor Zypern.

    am/mt/dpa/sna

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    Tags:
    Flugzeugträger "Charles de Gaulle", Präsenz, Frankreich, Streit, Erdgas, Zypern, Türkei