23:27 31 März 2020
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    Die Türkei wird ihre Truppen aus der Deeskalationszone um Idlib laut Präsident Recep Tayyip Erdogan nicht abziehen, solange Baschar al-Assads Armee „Gewalttätigkeiten im Nordwesten Syriens verübt“. Eine Waffenruhe könne nur dank der Präsenz der Türkei in der Region gewährleistet werden, erklärte Erdogan am Freitag vor der Presse in Istanbul.

    Die Handlungen von Assads Anhängern hätten etwa eine Million Bewohner in Idlib gezwungen, zur türkischen Grenze zu flüchten, sagte Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu.

    „Die Spitzenpolitiker Deutschlands und Frankreichs hatten ein vierseitiges Gipfeltreffen zu Idlib vorgeschlagen, das am 5. März nach Istanbul einberufen werden soll … Bei einem Telefongespräch mit (Russlands Präsident Wladimir) Putin plädierten (Bundeskanzlerin Angela) Merkel und (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron für entschlossene Schritte zur Durchsetzung einer Feuerpause in Idlib. Von der Reaktion der russischen Seite ist mir bislang nichts bekannt“, zitierte Anadolu Erdogan vor seinem heutigen Telefongespräch mit Wladimir Putin.

    Nach Luftangriffen in Idlib

    Er informierte auch über Handlungen seiner Streitkräfte nach einem Luftangriff in Idlib, bei dem zwei türkische Soldaten ums Leben gekommen waren. Nach jüngsten Angaben seien in Idlib bis zu 150 Kräfte von Assads Armee „neutralisiert“ sowie zwölf Panzer, drei Schützenpanzerwagen, 14 Artilleriegeschütze und zwei Militärfahrzeuge der syrischen Armee zerstört worden.

    Lage in Libyen

    Zur Lage im Bürgerkriegsland Libyen sagte Erdogan, Ankara sehe Chalifa Haftar nicht als Dialogpartner an. „Haftar ist ein gedungener Legionär, der keine legitime Macht in Libyen hat … Diejenigen, die den Abzug der türkischen Soldaten aus Libyen fordern, lassen 15.000 Söldner der privaten Sicherheitsfirma Wagner und des Sudans aus irgendeinem Grund außer Acht.“

    Erdogan erinnerte auch daran, dass die Türkei und Libyen auf eine 500-jährige Geschichte ihrer Beziehungen zurückblicken könnten.

    Erdogan ruft Putin an

    Am Freitagabend tauschten sich Erdogan und Putin in einem Telefonat zur Lage in Idlib aus. Der Agentur Anadolu zufolge habe Erdogan erneut gefordert, dass die syrische Regierung sich zurückhalten müsse. Die Krise ließe sich nur lösen, wenn das Sotschi-Abkommen voll umgesetzt würde, betonte er.

    Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur geht es um das in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi unterzeichnete Abkommen über eine Einigung zwischen der Türkei und Russland. Damit sollte unter anderem in Idlib eine Deeskalationszone entstehen. Die Türkei, die im syrischen Bürgerkrieg islamistische Rebellen unterstützt, richtete daraufhin dort Beobachtungsposten ein.

    Türkei droht Assads Truppen mit Offensive

    Die Türkei droht für Ende Februar mit einer Offensive gegen die syrischen Truppen, sollten diese sich nicht zurückziehen. Russland steht aufseiten der syrischen Regierungsarmee.

    Bei dem Telefongespräch, das auf Initiative der Türkei zustande kam, bekräftigte Putin die Absicht, weiter mit der Türkei intensiv über „den Abbau der Spannungen“ und über eine Waffenruhe zu sprechen. Zuvor hatte der russische Präsident die Lage in Idlib mit dem nationalen Sicherheitsrat besprochen.

    am/mt/jeg/dpa

     

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    Tags:
    Telefonat, Putin, Militärpräsenz, Syrien, Idlib, Türkei