06:08 09 April 2020
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    Im Verfahren wegen einer möglichen Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA beginnen heute in London die Anhörungen. Vor dem Gericht Woolwich Crown Court, welches in der Nähe des Gefängnisses Belmarsh liegt, protestieren am Montag Menschen gegen die Auslieferung des Australiers an die USA.

    Washington verlangt die Auslieferung des 48-Jährigen. Er wird dort wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstößen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Ihm drohen bei einer Verurteilung bis zu 175 Jahre Haft. 

    Auch die bekannte britische Modeschöpferin Vivienne Westwood ist dabei. 

    ​Wikileaks hatte 2010 hunderttausende geheime Papiere vor allem zum Irak-Krieg ins Internet gestellt, die Kriegsverbrechen – wie unter anderem Mord an Zivilisten und Misshandlung von Gefangenen – aufdeckten. Der UN-Sonderbeauftragte für Folter Niels Melzer erhebt schwere Vorwürfe gegen Schweden, das Assange wegen angeblicher Vergewaltigung jahrelang in einem juristischen Schwebezustand hielt, sowie gegen Großbritannien, das dieses Vorgehen unterstützte und gegen die USA, die aus seiner Sicht Rache an Assange nehmen und ein Exempel statuieren wollen, um andere Whistleblower abzuschrecken, weil er Kriegspraktiken und -verbrechen der USA offenlegte.

    Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ erklärte, eine Auslieferung Assanges an die USA wäre ein Angriff auf die Pressefreiheit.

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    Tags:
    Proteste, Gefängnis, Julian Assange