15:43 21 September 2020
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    Nach der Ausweisung von drei Journalisten der Zeitung „The Wall Street Journal“ aus China erwägen die USA auch die mögliche Abschiebung von chinesischen Reportern. Dies meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf informierte Quellen am Dienstag.

    Die Optionen der Regierung sollten demnach am Montag bei einem Treffen ranghoher Beamter der US-Administration im Weißen Haus unter der Leitung von Matt Pottinger, dem stellvertretenden nationalen Sicherheitsberater, der einst auch Reporter der „The Wall Street Journal“ in Peking war, diskutiert worden sein.

    Empörende Inhalte, „rassistischer“ Titel

    Am Mittwoch hatte das chinesische Außenministerium bekannt gegeben, drei Korrespondenten der Zeitung „The Wall Street Journal“ im Lande würden ihre Presseausweise entzogen. Der Grund sei ein Artikel mit der Überschrift „China ist der wirklich kranke Mann Asiens“, der Anfang Februar veröffentlicht wurde.

    Der Artikel habe die Bemühungen der Regierung in Peking zur Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie verleumdet, hieß es. Außerdem wurde der „sensationelle und rassistische“ Titel des Berichts kritisiert, der „eine extreme Empörung des chinesischen Volkes und die Verurteilung durch die internationale Gemeinschaft“ ausgelöst habe.

    Streit über Gegenmaßnahmen

    In der US-Administration gebe es eine intensive Debatte darüber, wie streng die Gegenmaßnahmen sein sollten. Einige US-Beamten würden die Ausweisung von Dutzenden – oder vielleicht Hunderten – chinesischen Reportern befürworten. Andere seien der Ansicht, dies wäre rechtlich nicht möglich und würde nicht mit den amerikanischen Werten der Pressefreiheit im Einklang stehen.

    Dabei würden Außenminister Michael Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin zu jenen gehören, die für einen gemäßigteren Schritt plädieren würden, da die USA mit China bei der Eindämmung des Coronavirus-Ausbruchs zusammenarbeiten müssten, sagte eine Quelle, die mit den Diskussionen vertraut ist.

    Keine Frage der Pressefreiheit?

    Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Ullyot, hatte die von China vorgenommene Ausweisung von Journalisten als eine „ungeheuerliche Handlung“ bezeichnet.

    „Diese Ausweisung ist ein weiterer Versuch, die Presse zu kontrollieren und die Leser der Welt sowie die Investoren daran zu hindern, wichtige Geschichten über China zu lesen“, sagte Ullyot.

    Zuvor hatte US-Außenminister Mike Pompeo die Ausweisung von Journalisten aus China verurteilt. Daraufhin äußerte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums Geng Shuang, die Entziehung der Presseausweise von drei Korrespondenten des Wall Street Journals wegen eines beleidigenden Artikels sei keine Frage der Pressefreiheit.

    Artikel von „The Wall Street Journal“

    Der umstrittene Artikel des „The Wall Street Journal“ Artikel vom 3. Februar hatte sich mit Bemühungen Chinas zur Eindämmung der Ausbruchs des neuartigen Coronavirus befasst. Die Verfasser kritisierten die ursprüngliche Reaktion der chinesischen Behörden als „nicht beeindruckend“. Angesichts der schließenden Fabriken und gesperrten Städte sei „der Glaube an die Kommunistische Partei Chinas sowohl im als auch außerhalb der Landes ins Wanken geraten“, behauptet die Zeitung und prophezeit negative wirtschaftliche Auswirkungen der Epidemie wie einen Rückgang des Wirtschaftswachstums. Außerdem würden globale Unternehmen versuchen, China aus ihren Lieferketten auszuschließen, hieß es.

    asch/ae

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    Michael Pompeo, Mike Pompeo, Weißes Haus, Weißes Haus, Gegenmaßnahmen, Abschiebung, Ausweisung, Journalisten, Artikel, Kritik, The Wall Street Journal, The Wall Street Journal, Wall Street Journal, Ausbruch, Coronavirus, China, USA