00:01 05 Dezember 2020
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    Nach schweren Krawallen in nördlichen Bezirken von Neu-Delhi haben die Behörden der indischen Hauptstadt die Ausgangssperre verhängt, berichtet die „Times of India“ am Dienstag.

    Betroffen seien vier Stadtbezirke – Majipoor, Jafrabad, Chand Bagh und Karawal Nagar. Mediziner hätten von zehn Toten und rund 150 Verletzten gesprochen, hieß es. Nach polizeilichen Angaben wurden mindestens 56 Sicherheitskräfte verletzt.

    Zuvor hatte das indische Parlament Änderungen zu einem Gesetz über die Staatsbürgerschaft verabschiedet. Demnach können nicht muslimische Flüchtlinge aus den benachbarten Ländern wie Afghanistan, Pakistan und Bangladesh die indische Staatsbürgerschaft nach einem vereinfachten Modus erhalten, falls sie in ihrer Heimat verfolgt würden. Das Gesetz löste Unzufriedenheit unter den indischen Muslimen: Die Gesetzesänderungen würden gegen die Verfassung verstoßen, weil ein Teil der Bürger in dem formell weltlichen Land nach religiösem Merkmal benachteiligt werde.

    Inder haben Angst vor Millionen Flüchtlingen

    Dem Blatt zufolge ist die Bevölkerung auch in nordöstlichen Bundesländern empört. Menschen hätten Angst, dass sich in ihren Regionen Millionen Flüchtlinge aus Bangladesh sesshaft werden könnten. Die Organisatoren der Proteste seien der Ansicht, dass dies die Interessen der Ortsbevölkerung gefährde, hieß es.

    Diskriminierendes Gesetz

    Den Angaben zufolge ist die Opposition in Indien der Ansicht, dass das Gesetz einen diskriminierenden Charakter habe, weil Muslime um die Möglichkeit gebracht würden, die indische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Indes seien nur zehn Prozent der Bürger im Land mit einer Bevölkerungszahl von 1,3 Milliarden muslimischen Glaubens. Kritiker des Gesetzes wiesen darauf hin, dass die religiöse Zugehörigkeit keine Voraussetzung für den Erhalt der indischen Staatsbürgerschaft sein dürfe.

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    Tags:
    Ausgangssperre, Todesopfer, Änderungen, Gesetz, Krawalle, Neu-Delhi, Indien