02:25 28 Oktober 2020
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    Die Lage im syrischen Gouvernement Idlib entwickelt sich nach Worten des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zugunsten Ankaras. „Wir haben drei Tote zu beklagen, während das syrische Regime erhebliche Verluste hinnehmen musste“, sagte der türkische Staatschef am Donnerstag in Ankara.

    Wir setzen dort unseren Kampf fort, die Verhandlungen mit Russland laufen weiter… Die türkischen Militärs gehen in Idlib auf der Grundlage eines mit Syrien 1998 in Adana geschlossenen Abkommens vor“, fügte Erdogan hinzu, ohne auf Details einzugehen.

    Im Mai 2017 hatten Russland, der Iran und die Türkei in der kasachischen Hauptstadt Nursultan (damals Astana) die Bildung von vier Deeskalationszonen im Bürgerkriegsland Syrien vereinbart. Drei davon werden seit 2018 von Damaskus kontrolliert. Die vierte Zone, die sich auf das Gouvernement Idlib und Teile der benachbarten Provinzen Latakia, Hama und Aleppo erstreckt, steht größtenteils unter Kontrolle der Terrormiliz Dschebhat an-Nusra*.

    Idlib soll entmilitarisiert werden

    Im September 2018 unterzeichneten Moskau und Ankara im russischen Schwarzmeerkurort Sotschi ein Abkommen über die Schaffung einer Entmilitarisierungszone in Idlib, wo derzeit etwa ein Dutzend diverse Formationen ihr Unwesen treiben. Zu den größten davon zählen die sogenannte Nationale Befreiungsfront und Dschebhat an-Nusra mit insgesamt rund 30 000 Kämpfern.

    Anti-Terror-Kampf der syrischen Armee in Aleppo

    Nach dem tagtäglichen Beschuss von Wohnvierteln in Aleppo durch die Terroristen mit dutzenden Toten startete die syrische Armee am 26. Januar 2020 eine Offensive im Westen der Stadt. Ankara wirft Damaskus und Moskau Angriffe auf humanitäre Objekte und auf türkische Militärs vor. Russland und Syrien erklärten mehrmals, die Instabilität in der Region um Idlib resultiere aus Handlungen der Terroristen.

    Erdogan telefoniert mit Putin

    Inmitten wachsender Spannungen in Idlib tauschten sich Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan in der Vorwoche über die Lage in der Provinz aus. In einem Telefongespräch vereinbarten die Staatschefs weitere Kontakte zwischen den Verteidigungs- und Außenministerien beider Länder.

    Das Gespräch fand auf Initiative von Erdogan statt. Zuvor hatte er Russland einen Bruch der bisherigen Vereinbarungen vorgeworfen und einen Abzug der syrischen Armee aus der Idlib-Zone gefordert.

    Türkei droht Syrien Vergeltung an

    Erdogan hatte nach bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen türkischem und syrischem Militär im Norden von Syrien neue Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Russland dagegen hatte die Offensive des syrischen Militärs verteidigt und der Türkei vorgeworfen, zu wenig im Kampf gegen Terroristen zu tun. Bei den Kämpfen waren Soldaten auf beiden Seiten getötet worden.

    *in Russland und Deutschland per Gesetz verbotene Terrormiliz

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    Tags:
    Entwicklung, Lage, Recep Tayyip Erdogan, Idlib, Syrien, Türkei