20:25 06 Juni 2020
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    Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar ist in der Kommandozentrale der türkischen Grenzprovinz Hatay eingetroffen und hat die Leitung einer Operation gegen die syrischen Regierungskräfte in Idlib übernommen, meldet die Agentur Anadolu am Freitag.

    Akar hatte zuvor an einer Beratung unter Leitung von Präsident Recep Tayyip Erdogan teilgenommen, wie der Fernsehsender Habertürk mitteilte.

    Zuvor hatten die türkischen Behörden berichtet, dass 33 Soldaten bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe in Idlib getötet worden seien. 36 Menschen seien dabei verletzt worden, hieß es. Daraufhin rief Erdogan eine Sicherheitsberatung ein, an der die Chefs der Sicherheitsbehörden und der Außenminister des Landes teilnahmen.

    Nach dem Tod seiner Militärangehörigen hat Ankara Boden- und Luftschläge gegen Stellungen der syrischen Regierungskräfte angekündigt. Der Pressesprecher der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP), Ömer Çelik, bezeichnete das Geschehene als einen „Angriff“ auf die Nato und kündigte Konsultationen mit der Allianz an.

    Zunehmende Spannungen in Idlib

    Die syrische staatliche Agentur SANA berichtete am Donnerstag, dass Militante mit Unterstützung der türkischen Armee eine Offensive im Raum der Stadt Sarakib in der Provinz Idlib gestartet hätten, die Anfang Februar von der syrischen Armee befreit worden war.

    Der Fernsehsender „Rossiya 24“ teilte indessen mit, dass die türkische Armee Stellungen der syrischen Regierungskräfte und russische Flugzeuge in Idlib unter Beschuss genommen hätte.

    Erdogan hatte bereits früher erklärt, er habe bei den Verhandlungen mit Russland zu Idlib noch kein befriedigendes Ergebnis erreicht, und Ankara sei bereit, eine Militäroperation in dieser Region zu starten.

    Wie Syriens Präsident Baschar Assad seinerseits betonte, werde Damaskus trotz der Reaktion der Türkei weiter auf die Befreiung der Provinzen Aleppo und Idlib hinarbeiten.

    Moskau plädiert für weitere Friedensverhandlungen

    Der Vizevorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus), Dmitri Nowikow, sagte in Bezug auf die geplante Militäroperation der Türkei gegen die syrische Provinz Idlib, die Verhandlungen zwischen Russland und der Türkei, darunter auch über die friedliche Regelung in Syrien, müssten trotz des Zwischenfalls in Idlib fortgesetzt werden.

    „Das Handeln von Ankara in diesem Fall sollte zeigen, dass Ankara unabhängig von der gemeinsamen Teilnahme (mit Russland) an der Syrien-Regelung und unabhängig von den Käufen von S-400-Anlagen (aus russischer Produktion) einen selbständigen Kurs führt, der unter anderem auch von Moskau unabhängig ist.

    Gleichzeitig ist Ankara nicht dazu bereit, im Widerspruch zu allen Herangehensweisen der euroatlantischen Solidarität zu handeln, und es legt Wert aus politsicher und militärische Sicht auf seine Mitgliedschaft in der Nordatlantischen Allianz“, sagte Novikow gegenüber RIA Novosti.

    Zu den weiteren Beziehungen zwischen Russland und der Türkei sagte der Abgeordnete, die Türkei sei oft kein leichter Verhandlungspartner. Dabei müsse der Verhandlungsprozess fortgesetzt werden. Dies betreffe auch die Regelung in Syrien.

    ls/tm

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    Tags:
    Regierungspartei für Gerechtigkeit und Entwicklung AKP, NATO, Agentur Anadolu, Baschar al-Assad, Hulusi Akar, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, Türkei