21:45 30 November 2020
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    Das russische Zentrum für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien hat am Dienstag von etwa 130.000 Flüchtlingen berichtet, die auf dem Weg zur türkisch-griechischen Grenze sein sollen. Laut Konteradmiral Oleg Djurawljow werden die Menschen aus der Türkei gedrängt.

    Nach Angaben von Djurawljow befinden sich zurzeit rund 200.000 Flüchtlinge nahe der syrisch-türkischen Grenze. 85.000 von ihnen würden sich in den Flüchtlingscamps „Hasano“, „Sarmada“, Schejh-Hasan“, „Baskarija“, Darkuscha“ sowie „Salkin“ aufhalten.

    Im Laufe der Operation „Friedensquelle“, die das türkische Militär durchführte, sollen etwa 135.000 Menschen ihren Aufenthaltsort verlassen haben – dabei soll es sich überwiegend um Kurden handeln.

    „Zum jetzigen Moment drängen Einsatzkräfte der Türkischen Republik rund 130.000 Flüchtlinge, die sich zuvor in provisorischen Lagern in der Nähe der türkisch-griechischen Grenzen aufgehalten haben, an die Grenze zu Griechenland. Das sind Afghanen, Iraker, Staatsangehörige afrikanischer Länder. Die Türkei drängt diese Menschen nach Griechenland hinaus“, teilte Djurawljow mit.

    Der Konteradmiral betonte, dass die gewaltsame Ansiedlung von ethnischen Turkmenen, die von Ankara auf dem durch Kurden befreiten Gebiet in Syrien vorgenommen würde, bereits zu einer erheblichen Veränderung in der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung im besagten Gebiet geführt habe.

    Djurawljow hob hervor, dass die objektiven Angaben des russischen Zentrums für die Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien „jeglichen Versuchen von Staaten entgegenwirken würden, die daran interessiert seien, der syrischen Armee vorzuwerfen, eine humanitäre Krise ausgelöst zu haben“. Damit bezog sich der Konteradmiral auf die Maßnahmen der syrischen Armee gegen die Terroristen in der Deeskalationszone in Idlib, die im Januar und Februar erfolgt seien.

    „Diese Behauptungen sind tendenziös und entsprechen absolut nicht den Tatsachen“, sagte Djurawljow.

    Erdogan öffnet „Tore zur EU“

    Die Türkei hatte am Wochenende die Grenzen zur EU für Migranten für offen erklärt. Nach UN-Angaben harren Tausende von Migranten bei Kälte auf der türkischen Grenzseite zu Griechenland aus. Viele wollen weiterziehen. Griechische Sicherheitskräfte setzten mehrfach Blendgranaten und Tränengas ein, um die Menschen zurückzudrängen.

    Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis kündigte an, sein Land werde einen Monat lang keine neuen Asylanträge annehmen.

    Ankaras Vergeltung

    Der Auslöser für Erdogans umstrittenen Schritt war die Eskalation der Situation in Idlib am Donnerstag, als Terroristen der Miliz „Dschabhat Fath asch-Scham” einen groß angelegten Angriff auf Positionen der syrischen Armee durchführten. Die syrischen Truppen setzten sich zur Wehr. Bei ihrem Gegenangriff kamen mindestens 33 türkische Soldaten ums Leben.

    Am Freitag teilte das russische Militär mit, dass sich die unter Beschuss geratenen türkischen Soldaten dort überhaupt nicht hätten aufhalten dürfen. Türkische Medien berichteten später, dass die türkische Armee in den letzten Wochen rund 130 Einheiten syrischer Militärtechnik zerstört habe. Russland hatte wiederholt zu einer friedlichen Lösung des Konflikts in Idlib aufgerufen.

    mka/gs

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    Tags:
    Flüchtlinge, Griechenland, Türkei