21:24 12 Juli 2020
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    Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA seine Uran-Vorräte weiter aufgestockt und weigert sich, einschlägige Informationen zur Verfügung zu stellen. IAEA-Chef Rafael Grossi warnt vor einer Krise, wenn Teheran die Kooperation nicht wiederaufnehme.

    Am Dienstag hatte die Agentur Reuters unter Berufung auf einen IAEA-Bericht gemeldet, dass der Iran per 19. Februar 1020 Kilogramm an angereichertem Uran besessen habe. Das sind rund fünf Mal mehr als die im internationalen Atomabkommen von 2015 festgelegte Obergrenze von 202,8 Kilogramm.

    „Wir hatten vom Iran Informationen angefordert, jedoch keine erhalten“, sagte Grossi in einem Interview mit Reuters. Dies bedeute, dass der Iran die IAEA dabei hindere, ihre Arbeit zu tun.

    „Ich hoffe aufrichtig darauf, dass der Iran uns und der Stimme der Weltgemeinschaft beim Treffen des Gouverneursrats (der IAEA – Anm. d. Red.) Gehör schenkt und einsieht, dass eine Zusammenarbeit mit uns in seinem eigenen Interesse liegt“, so Grossi. Anderenfalls würde man auf eine „Krisezusteuern.

    Die fünf UN-Vetomächte (China, Großbritannien, Frankreich, Russland und die USA) und Deutschland hatten 2015 mit dem Iran einen Atomdeal geschlossen. Demnach sollte der Iran sein Atomprogramm nur zu zivilen Zwecken nutzen und keine Atomwaffen bauen. Im Gegenzug sollten die internationalen Sanktionen beendet werden. Mit ihrem einseitigen Ausstieg im Jahr 2018 stellten die USA das Abkommen auf die Kippe.

    Daraufhin kündigte die Regierung in Teheran an, sich künftig nicht mehr an die Beschränkungen für die Zahl der Zentrifugen zur Urananreicherung zu halten. Das Land wolle jedoch die Zusammenarbeit mit der IAEA fortsetzen.

    leo/ae

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    Tags:
    Teheran, Rafael Grossi, Kooperation, Atomdeal, Krise, Anreicherung, Uran, Iran, IAEA (IAEO)