11:51 22 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    179158
    Abonnieren

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach eigenen Angaben seinen US-Amtskollegen Donald Trump um Hilfe mit Waffen und Munition in Bezug auf den Militäreinsatz in der syrischen Provinz Idlib gebeten.

    „Ich habe tatsächlich Anfragen dieser Art an Herrn Trump gerichtet“, sagte Erdogan am Mittwoch vor Journalisten.

    Zuvor hatte der US-Sondergesandte für Syrien James Franklin Jeffrey verkündet, Washington sei bereit, Ankara mit Munitionslieferungen zu unterstützen.

    Ende Februar hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf einen namentlich nicht genannten ranghohen türkischen Beamten berichtet, Ankara habe Washington gebeten, zwei Batterien des Flugabwehrsystems „Patriot“ im Süden der Türkei zu stationieren, um die Aktivitäten von Moskau und Damaskus in der syrischen Provinz Idlib aufzuhalten. Türkei dementierte diese Berichte.

    Später äußerte der türkische Verteidigungsminister, Hulusli Akar, die Vereinigten Staaten könnten die Türkei mit Flugabwehrsystemen „Patriot“ versorgen und die türkischen Aktivitäten in Idlib auf diese Weise unterstützen.

    „Russisch-türkische Gespräche sollen vor diesem Hintergrund schwierig sein”

    Washingtons Bereitschaft, Ankara beim Militäreinsatz im syrischen Idlib mit Munition zu unterstützen, sei zwar nicht überraschend, wirke jedoch äußerst besorgniserregend, sagte das Mitglied des Außenausschusses des russischen Unterhauses, Sergej Schelesnjak, gegenüber Sputnik.

    Die internationale Öffentlichkeit müsse auf die Eskalation in der Nahost-Region reagieren: Bei dem türkischen Militäreinsatz in Idlib könnten Zivilisten zu Schaden kommen, und man dürfe nicht zulassen, dass Zivilisten sterben, betonte der Abgeordnete.

    Mit dem Versuch, den Einfluss eines Nato-Verbündeten in der Region zu stärken, ignoriere die Regierung der Türkei die Tatsache der illegalen US-Militärpräsenz in Syrien, so Schelesnjak.

    „Vor diesem Hintergrund werden die Gespräche des türkischen Staatschefs mit dem russischen Präsidenten einen äußerst schwierigen Charakter haben“, äußerte er. Moskau bestehe ja auf der strikten Einhaltung der Schlüsselverpflichtungen zur Lösung der Probleme um das Syrische Idlib durch die Türkei, darunter auf die Notwendigkeit der Ausgrenzung der bewaffneten Opposition, die zum Dialog mit der Regierung im Rahmen des politischen Prozesses bereit sei, so der Politiker.

    Die Verhandlungen des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, mit seinem türkischen Amtskollegen, Recep Tayyip Erdogan, sollen am 5. März stattfinden. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sollen bei den Gesprächen die negativen Auswirkungen der Krise in Idlib sowie Maßnahmen zur deren Verhinderung besprochen werden.

    Eskalation in Idlib

    Die Situation in Idlib hatte sich verschärft, nachdem die Terrormiliz „Hayat Tahrir al-Sham“* am 27. Februar eine großangelegte Offensive gegen Stellungen der syrischen Regierungstruppen gestartet hatte. Beim Gegenschlag der Regierungskräfte gerieten neben den Terroristen auch türkische Militärs unter Beschuss, die es in der Region eigentlich nicht hätte geben sollen. 36 türkische Soldaten starben, weitere 30 wurden verletzt.

    Nachdem die russische Seite Informationen darüber erhalten hatte, ergriff sie sofort Maßnahmen zum vollständigen Feuerstopp seitens der syrischen Armee. Alle getöteten und verletzten türkischen Soldaten wurden gefahrlos in die Türkei gebracht. Laut dem russischen Verteidigungsministerium kam die russische Luftwaffe in dem genannten Gebiet nicht zum Einsatz.

    Ankara leitete die „Operation Frühlingsschild“ gegen Syrien ein. Nach Angaben der türkischen Militärs wurden im Rahmen der Operation drei syrische Flugzeuge, acht Hubschrauber und drei Drohnen abgeschossen sowie 151 Panzer, 47 Artilleriegeschütze, 52 Raketenwerfer, acht Flugabwehrsysteme, zwölf Panzerabwehrgeschütze, 51 gepanzerte Fahrzeuge, 60 Militärautos und zehn Munitionslager vernichtet. 3138 Syrische Soldaten seien dabei „neutralisiert“ worden.

    Wie der russische Außenminister, Sergej Lawrow, betonte, sei die Türkei mehreren Schlüsselverpflichtungen zur Lösung der Probleme um Idlib nicht nachgekommen und habe die bewaffnete Opposition, die zu einem Dialog mit der Regierung bereit wäre, von den Terroristen nicht ausgegrenzt.

    * Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    asch/ae

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Russische Onyx-Überschallrakete in der Arktis abgefeuert – Video
    Ultraschneller US-Heli knackt eigenen Geschwindigkeitsrekord – Video
    Nahm an Tests von Oxford-Corona-Impfstoff teil: Brasilianischer Freiwilliger gestorben
    Norbert Röttgen schwärmt von „nicht ersetzbaren“ USA und richtet „historische Frage“ an Deutschland
    Tags:
    Idlib, Recep Tayyip Erdogan, Donald Trump, Unterstützung, Munition, Waffen, Militäreinsatz, Militäroperation, Syrien, Türkei, USA