11:07 06 Juli 2020
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchen am heutigen Mittwoch das Memorial für die Opfer der Schießerei in Hanau. Ein 43 Jahre alter Deutscher, der Sportschütze war, hatte am 19. Februar im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen.

    Er tötete auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

    Die Schwester eines der Hanauer Anschlagsopfer hat in einer emotionalen Ansprache an ihren getöteten Bruder erinnert.

    „Mein Bruder Hamza wurde völlig unerwartet aus der Mitte unserer Familie gerissen”, sagte Ajla Kurtović am Mittwoch bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Hanau. „Zurückgeblieben ist grenzenloser Schmerz, eine unfassbare Leere und Fassungslosigkeit.” Er sei stets hilfsbereit, gut gelaunt und sozial engagiert gewesen.

    Sie selbst empfinde keinen Hass, sagte sie. „Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen, dass Hass den Täter zu seiner rassistischen Tat getrieben hat. Damit liegen Hass und Rassismus sehr nah beieinander. Ich will, dass wir uns alle von Hass abgrenzen.” Sie wünsche sich ein Miteinander statt ein Gegeneinander.

    ta/jw/dpa

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    Opfer, Hanau, Frank-Walter Steinmeier, Angela Merkel