11:07 05 August 2020
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben sich bei ihren Verhandlungen am Donnerstag in Moskau auf ein gemeinsames Dokument zur Syrien-Regelung geeinigt.

    Das Dokument sei nach rund sechs Stunden Verhandlungen entstanden, teilte Putin mit.

    Die beiden Länder hätten eine akzeptable Lösung für das Problem der sich zuspitzenden Situation in der syrischen Provinz Idlib gefunden.

    „Wir stimmen unseren türkischen Partnern bei der Einschätzung der Ereignisse in Syrien nicht immer zu. In kritischen Momenten konnten wir jedoch immer eine gemeinsame Grundlage für die umstrittenen Probleme und akzeptable Lösungen finden – da wir uns immer auf das erreichte hohe Niveau der bilateralen Beziehungen gestützt haben. So war es auch dieses Mal“, sagte Putin.

    Russland und die Türkei seien davon überzeugt, dass der Kampf gegen den Terrorismus fortgesetzt werden müsse:

    „Wir gehen von den Grundsätzen der Wahrung der Souveränität und der territorialen Integrität Syriens aus. Wir sind auch davon überzeugt, dass wir eine Abschwächung des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus nicht zulassen dürfen“, sagte Putin bei der gemeinsamen Pressekonferenz nach den Verhandlungen mit Erdogan in Moskau.

    Der türkische Präsident hat seinerseits geäußert, dass Ankara zusätzliche Streitkräfte in die syrische Provinz Idlib in Abstimmung mit Moskau geschickt habe:

    „Um die Spannungen in Idlib abzubauen, haben wir dort Beobachtungsposten eingerichtet. Diese Posten haben sich verpflichtet, nur den Waffenstillstand und nicht das Feld zu kontrollieren. Seit einiger Zeit haben wir mit Russland die Vereinbarung getroffen, Verstärkung zur Stabilisierung der Region zu schicken“, so Erdogan.

    Eskalation in Idlib

    Die Situation in Idlib hatte sich verschärft, nachdem die Terrormiliz „Hayat Tahrir al-Sham“* am 27. Februar eine großangelegte Offensive gegen Stellungen der syrischen Regierungstruppen gestartet hatte. Beim Gegenschlag der Regierungskräfte gerieten neben den Terroristen auch türkische Militärs unter Beschuss, die es in der Region eigentlich nicht hätte geben dürfen. 36 türkische Soldaten starben, weitere 30 wurden verletzt.

    Nachdem die russische Seite Informationen darüber erhalten hatte, ergriff sie sofort Maßnahmen zum vollständigen Feuerstopp seitens der syrischen Armee. Alle getöteten und verletzten türkischen Soldaten wurden in die Türkei gebracht. Putin äußerte beireits Bedauern über den Tod der Soldaten. Laut dem russischen Verteidigungsministerium kam die russische Luftwaffe in dem genannten Gebiet nicht zum Einsatz.

    *Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    sm/gs

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    Tags:
    Dokument, Regelung, Syrien, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin