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    2005
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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Fabrik „Poljot“ in der Stadt Iwanowo besucht. Der Betrieb ist auf Sicherheitssysteme für Fallschirme spezialisiert. Beim Anblick der Fallschirme erinnerte sich Putin an seine Militärausbildung und an eine Begebenheit, bei der der Fallschirm eines seiner Dienstkollegen nicht aufgegangen war.

    Im Vorfeld des Internationalen Frauentags, der am 8. März begangen wird, begab sich der russische Präsident in die Stadt Iwanowo. Nach eigenen Worten wollte sich Putin die Fabrik Poljot (zu Deutsch „Flug“) einmal genauer ansehen. In dem Betrieb sollen ausschließlich Frauen tätig sein.

    „Das hier ist ein ungewöhnlicher Besuch: Man könnte meinen, eine ausschließlich weibliche Belegschaft, praktisch weibliche Produktion, und gleichzeitig hängt sie direkt mit der Verteidigungsfähigkeit des Landes zusammen“, sagte der Präsident in Anwesenheit von Stadtvertretern von Iwanowo.

    Putins Interesse galt besonders den Betriebsabläufen und der technischen Entwicklung. Laut dem Präsidenten entwickelt sich die Fallschirmproduktion „dank der Frauen“ äußerst schnell.

    Putins Wahl fiel nicht umsonst auf Iwanowo – die Stadt wird in Russland gelegentlich auch als „Stadt der Bräute“ bezeichnet. Ihr Ruf rührt von den Jahren des Zweiten Weltkrieges her, als die meisten Männer an die Front zogen und in den Fabriken (in erster Linie in Textilbetrieben) fast nur Frauen arbeiteten. Viele Männer kehrten nicht aus dem Krieg zurück und so schien es, als würden in Iwanowo fast nur Frauen wohnen.

    Die Fabrik ist seit dem Jahr 1924 in Betrieb. Zunächst war dort eine Nähwerkstatt eingerichtet, doch im Zweiten Weltkrieg ging der Betrieb dann zur Produktion von Fallschirmen über. 90 Prozent aller Fallschirme der russischen Luftstreitkräfte sollen aus der Fabrik „Poljot“ stammen.

    Harte Landung

    „Als ich das gemacht habe, also im Rahmen der Ausbildung Fallschirm gesprungen bin, hatten wir vollkommen andere Fallschirme, Technologien und auch andere Materialien“, sagte Wladimir Putin.

    An dieser Stelle verriet der Präsident auch Näheres über seine Geheimdienstausbildung. Solche Sicherheitssysteme, welche in der Fabrik Poljot hergestellt würden, habe es damals nirgendwo gegeben. Er erinnerte sich an den Vorfall, bei dem sein Dienstkollege eine äußerst harte Landung hinlegen musste.

    „Ich sehe, wie er fliegt und fliegt, und irgendwie ziemlich lange ohne Fallschirm fliegt – und dann stellt sich heraus: Der Fallschirm ist nicht aufgegangen“, erzählte der Präsident.

    Der Mann habe aber überlebt, „weil er alles richtig gemacht hat“. Der Präsident betonte, dass beim Fallschirmspringen jede Bewegung exakt eingeübt sein müsse. So habe ihnen der Ausbilder damals unter anderem gezeigt, wie man den Fallschirm richtig zusammenlegt und den Rekruten dabei genau auf die Finger geschaut.

    Dem Präsidenten wurde die komplette Ausrüstung eines Fallschirmjägers vorgeführt. Darunter eine Sauerstoffmaske für die Höhe von vier- bis achttausend  Metern. Ein weiteres Produkt der Fabrik „Poljot“ ist ein automatisiertes Fallschirmsystem für Fracht-Landungen. Dieses soll mit einem Navigationsgerät ausgestattet sein, das die Landung einer Fracht von bis zu 500 Kg mit einer Landegenauigkeit im Durchmesser von 100 Metern ermöglicht.

    mka/gs

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    Tags:
    Weltfrauentag, Fallschirmspringen, Iwanowo, Wladimir Putin