01:09 03 April 2020
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    Saudi-Arabien plant eine Steigerung der Erdölförderung, da sich Russland und die Opec-Staaten bei den Gesprächen am Freitag in Wien nicht auf die Produktionsstrategie ab April einigen konnten. Dies berichtet die Agentur Bloomberg unter Verweis auf eigene Quellen am Sonntag.

    Saudi-Arabien könnte im April die eigene Ölproduktion deutlich steigern und sogar einen Rekord von 12 Millionen Barrel pro Tag erreichen, sagten Quellen, die anonym bleiben wollten, gegenüber Bloomberg. Dabei fördere das Land in diesem Monat etwa 9,7 Millionen Barrel pro Tag, hieß es.

    Eine solche Steigerung der Ölförderung könnte den Markt „ins Chaos stürzen“, da die Ölnachfrage ohnehin durch den Corona-Ausbruch rapide gesunken sei, schrieben die Bloomberg-Autoren.

    Die saudische „Schock-Strategie“ könnte darauf abzielen, Russland und andere Förderstaaten auf diese Weise schnellstmöglich maximale Verluste erleiden zu lassen, um sie wieder an den Verhandlungstisch zu bringen.  

    Saudi-Arabien habe sich veranlasst gefühlt, die Ölförderung drastisch zu steigern, nachdem der russische Energieminister Alexander Nowak am Freitag in Wien beim „Opec+“-Treffen ein Ultimatum abgelehnt hatte, das eine Teilnahme an der gemeinsamen Produktionskürzung vorgesehen habe, hieß es bei Bloomberg.

    Opec-Flagge im Hauptsitz der Organisation in Wien
    © Sputnik / Aleksey Vitvitskiy

    Ölpreis auf Talfahrt

    Am späten Freitagnachmittag brachen die Preise für Nordsee-Öl und US-Rohöl um jeweils mehr als acht Prozent ein. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 45,63 Dollar. Damit lag der Preis 4,36 Dollar niedriger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sank um 3,85 Dollar auf 42,05 Dollar.

    Opec

    Das Ölkartell ist eine internationale zwischenstaatliche Organisation, der aktuell 14 Länder, die Erdöl fördern, angehören. Sie wurde 1960 zur Koordinierung ihrer Politik hinsichtlich der Ölförderung gegründet. Seit 2017 arbeitet die OPEC mit einer Reihe von nicht der Organisation angehörenden Staaten (OPEC+) im Rahmen eines Abkommens zur Reduzierung der Ölförderung zusammen.

    Das Abkommen wurde mehrmals verlängert, und zwar unter veränderten Bedingungen.

    Es sieht derzeit eine Reduzierung der Erdölförderung um 1,2 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Stand von Oktober 2018 vor. Davon entfallen 228.000 Barrel auf Russland. Das Abkommen gilt bis Ende März 2020.

    pd/sb

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    Tags:
    Ölpreis, Markt, Ölförderer, Russland, Wien, Alexander Nowak, Ölförderung, OPEC