13:03 29 November 2020
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    Trotz des sich ausbreitenden Coronavirus wählen gehen? Diese Frage dürften sich derzeit viele Menschen in Bayern stellen, wo am 15. März die Kommunalwahlen anstehen. Mehrere Kandidaten sollen infiziert sein und könnten im Wahlkampf andere angesteckt haben. In den Wahllokalen könnten weitere Ansteckungen folgen.

    In Bayern wird am Sonntag gewählt, doch mag es so manchem Wähler etwas mulmig werden, wenn er in Zeiten des Coronavirus ein Wahllokal aufsuchen soll. Noch unwohler könnten sich die Wähler in Bonstetten fühlen, denn da hat sich Bürgermeisterkandidat Werner Halank auf einer Italienreise mit dem Virus angesteckt. In der heißen Phase des Wahlkampfs hat der Kandidat der Freien Wähler, wie es sich gehört, den Kontakt zu den Bürgern gesucht, und nun ausmachen zu wollen, wie viele Hände er dabei geschüttelt haben mag, gliche der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. „Wer hatte Kontakt zu Werner Halank?“ lief in Endlosschleife am Bildschirmrand von Augsburg.tv. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, befindet sich Halank daheim in Quarantäne und schüttelt vorerst keine Wählerhände mehr. Ohnehin sei er kein großer Händeschüttler, so der Kommunalpolitiker. Dafür habe er im Wahlkampf Äpfel an Kinder und „Gymnastikdamen“ verteilt. Auch in den Landkreisen Freising und Dachau sind ein Bürgermeisterkandidat und ein Landratskandidat wegen des Verdachts auf Coronavirus in Quarantäne.

    Auch wenn die Ansteckungsgefahr in Wahllokalen von Medizinern als nicht sehr hoch eingestuft wird, hat es vereinzelt Forderungen gegeben, die Kommunalwahl wegen des Virus abzusagen. So hat beispielsweise eine Nürnbergerin in einem Brief an das Bayerische Staats- und Gesundheitsministerium ihre Sorge um die zahlreichen Wahlhelfer geäußert, die „ohne Möglichkeit, sich dagegen zu entscheiden, der Situation zwangsweise ausgesetzt“ seien. Dass die Kommunalwahlen wegen des Coronavirus verschoben werden, scheint momentan nicht wahrscheinlich. „Aus Sicht des Innenministeriums gibt es derzeit keinen Grund, eine Verschiebung der Kommunalwahl am 15. März anzudenken“, sagte Sandra Schließlberger, stellvertretende Pressesprecherin des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gegenüber Merkur.de.

    Vorsichtsmaßnahmen soll es für Wähler und Wahlhelfer natürlich geben. So hat das Innenministerium in einem Brief an die Kommunen verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt. Wähler sollen die Möglichkeit haben, ihre Kreuze mit eigenen Stiften zu machen, statt die in den Wahlkabinen ausliegenden Stifte zu benutzen. Für erkrankte Wähler soll es möglich sein, ihre Stimme auch kurzfristig noch per Briefwahl abzugeben – diese kann am Wahltag bis 15 Uhr beantragt werden, die Unterlagen bis 18 Uhr bei der angegebenen Adresse abgegeben werden. Für die Wahlhelfer soll es in den Wahllokalen Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel geben.  

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    Tags:
    Coronavirus, Kommunalwahlen, Bayern