07:22 29 September 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (200)
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    Nach der gestrigen Videokonferenz des Europäischen Rates hält nun am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und dem Leiter des Robert-Koch-Instituts (RKI), Dr. Lothar H. Wieler, eine gemeinsame Pressekonferenz ab. Sputnik überträgt live aus Berlin.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen.

    "Da sind unsere Solidarität, unsere Vernunft, unser Herz füreinander schon auf eine Probe gestellt, von der ich mir wünsche, dass wir diese Probe auch bestehen", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

    Darüber hinaus hat Merkel hat dem besonders von der Corona-Krise betroffenen EU-Partner Italien die deutsche Solidarität bekundet. Die Berichte von dort "bedrücken uns sehr", sagte sie am Mittwoch in Berlin. Deutschland denke auch mit großer Sympathie an die Menschen in Italien und hoffe, dass die dort ergriffenen strengen Maßnahmen "eine Wende zum Besseren bringen".

    Die Kanzlerin machte deutlich, dass Deutschland zwar den Export von Schutzausrüstung an Genehmigungen gebunden habe. Dies heiße jedoch nicht, dass nichts mehr exportiert werde. "Aber wir wollen wissen, dass es in die richtigen Hände kommt, an die richtigen Stellen."

    Merkel hat es in der Coronakrise als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

    "Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da, das müssen wir alle verstehen", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

    Es gebe noch keine Therapie und keinen Impfstoff. 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten infiziert werden, sagte Merkel unter Berufung auf Experten. Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen seien besonders gefährdet.

    Zentral sei nun, "dass wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten". Die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden. "Es ist eben nicht egal, was wir tun, es ist nicht vergeblich, es ist nicht umsonst", sagte Merkel. "Es geht also um das Gewinnen von Zeit." Wichtig sei, dass alle staatlichen Ebenen arbeiten könnten. Es sei nicht das Schlimmste, wenn Fußballspiele nicht wie gewohnt stattfinden könnten.

    Spahn stellt Bürger auf weitere Einschränkungen des Alltags ein

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bevölkerung in der Corona-Krise aufgerufen, sich auf weitere Änderungen ihres Alltags einzustellen. Es sei gut, dass viele Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern nun abgesagt würden, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. Er verstehe etwa, dass vielen Fußballfans das Herz blute, wenn sie nicht ins Stadion könnten. Aber die Maßnahmen seien derzeit nötig, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

    Auch wenn 80 Prozent der Infizierten milde bis keine Symptome aufwiesen und besonders für die Jüngeren das Risiko einer schweren Erkrankung nicht hoch sei, dürften diese nicht denken: "Was habe ich denn damit zu tun?" Die Menschen müssten verstehen, dass alle auf ein Stück Alltag verzichten müssten, "um sich selbst zu schützen und andere zu schützen". Dies müsse besonnen geschehen. Immer wieder müssten sich die Menschen fragen, ob sie etwa auf ein Konzert oder auf Familienbesuche verzichten könnten.

    Dankbar zeigte sich Spahn, dass viele Unternehmen auf Arbeit aus dem Homeoffice übergehen. Zentral sei es nun, dass es eine Balance gebe zwischen Einschnitten und Verzicht einerseits sowie einem weitergehenden Alltag andererseits.

    Coronavirus in Deutschland und weltweit

    Die Fälle von Coronavirus-Infektionen in Deutschland nehmen kontinuierlich zu. Im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Patient gestorben - es ist der dritte bekannte Todesfall in Deutschland. Der Patient sei im Heinsberger Krankenhaus gestorben, sagte eine Sprecherin des Kreises am Mittwoch, ohne weitere Details zu nennen. Zuvor hatte die "Rheinische Post" berichtet. Zuvor waren bereits ein Mann aus dem besonders von dem Ausbruch des Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg und eine Frau in Essen den Folgen der Erkrankung erlegen.

    Die Zahl der Infizierten in Deutschland stieg bis Dienstagabend auf 1296, teilte das Robert-Koch-Institut mit (Stand: 10.3.2020, 21:30 Uhr). Weltweit haben sich inzwischen mehr als 114.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert.

    ai/ak/dpa

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