10:57 03 Juni 2020
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    Heimarbeit dürfe kein Privileg einiger weniger bleiben, findet Kerstin Tack, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales. Im Koalitionsvertrag sei vereinbart worden, mobile Arbeit zu fördern und zu erleichtern. Das Thema Mobiles Arbeiten habe die SPD nicht vergessen.

    Angesichts der Ausbreitung der von der WHO inzwischen als Pandemie eingestuften Lungenkrankheit Covid-19 würden immer mehr Arbeitnehmer hierzulande Heimarbeit bevorzugen, um so das Risiko einer Ansteckung in Öffentlichen Verkehrsmitteln und am Arbeitsplatz zu minimieren. Manche Arbeitgeber gewähren ihren Mitarbeitern das Homeoffice – ein Recht darauf gibt es allerdings nicht.

    Kerstin Tack, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales, ist dafür, dass mehr Betriebe Homeoffice ermöglichen:

    „Jedem ist freigestellt, Betriebsvereinbarungen zu treffen. Und wir würden uns freuen, wenn möglichst viele davon Gebrauch machen würden. Aber ich habe wenig Verständnis für Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten schon allein das Gespräch über die Möglichkeit des Homeoffice verweigern, zugleich aber von ihnen ein hohes Maß an Flexibilität verlangen. Nein, so geht das nicht.“

    Auch abseits der Corona-Krise ist Homeoffice eine sinnvolle Sache, findet Tack. Viele Bürger würden ihr immer wieder davon erzählen, sie müssten täglich drei Stunden im Zug oder im Auto sitzen, um zur Arbeit und wieder zurück zu kommen. Die Möglichkeit, diese Belastung wenigstens an zwei Tagen in der Woche zu reduzieren, würde für sie eine enorme Erleichterung bedeuten.

    Die Bedenken einiger Arbeitgeber, wie sie auch von der Union geäußert werden, dass nämlich keine Kontrolle möglich sei, ob der Mitarbeiter im Homeoffice tatsächlich seinen Aufgaben nachgeht, kann die SPD-Politikerin nicht nachvollziehen.

    „Ach, wer weiß denn so genau, was sein Mitarbeiter hinter der geschlossenen Bürotür macht? Ohnehin ist die bloße Anwesenheit für mich kein Qualitätsmerkmal. Kommt es heutzutage nicht eher auf Ergebnisse und andere Arbeitsnachweise an?“

    Den Antrag „Recht auf Homeoffice“, den die Grünen im Bundestag kürzlich eingebracht haben, findet Tack „wenig konkret“ und „sehr oberflächlich“. Darin stehe nicht einmal der Rechtsanspruch auf Heimarbeit. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde hingegen voraussichtlich zwischen Ostern und Sommer den Gesetzentwurf präsentieren, der den Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten schafft. Auch gesetzlich auferlegte Schutzpflichten des Arbeitgebers sollen darin geregelt sein.

    „Genau so etwas werden wir mit dem Gesetz klarstellen und damit für Rechtssicherheit sorgen. Denn bereits heute können arbeitsvertragliche oder kollektivrechtliche Vereinbarungen mobiles Arbeiten regeln. Als SPD-Bundestagsfraktion haben wir beispielsweise gerade eine Dienstvereinbarung zum ortsungebundenen Arbeiten, also für Telearbeit und Homeoffice, abgeschlossen. Es ist also schon möglich, ein rechtlicher Rahmen wird für die Beschäftigten aber zu mehr Schutz und Sicherheit führen.“

    Im Interview mit „Telepolis“ gibt sich die SPD-Politikerin optimistisch, dass es trotz jahrelangen Streites in der Koalition bezüglich eines Rechtsanspruchs auf mobiles Arbeiten doch noch zur Einigung kommt.

    „Niemand kann ernsthaft etwas dagegen haben, dass der Gesetzgeber einen Rechtsrahmen schaffen will. Die Argumente der Gegenseite sind nicht überzeugend. Wir als SPD wollen das und werden das umsetzen.“

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    Hubertus Heil, SPD, Coronavirus, Arbeit