14:21 10 August 2020
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    Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat am Samstagabend in einer ORF-Fernsehsendung auf die Notwendigkeit verwiesen, die Ausbreitung der Corona-Epidemie zu stoppen, und dies als eine vorrangige Aufgabe der Bundesregierung bezeichnet.

    Österreich stehe vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg, betonte Kurz. „Ich sehe mich gezwungen, das in aller Deutlichkeit anzusprechen: Diese Krankheit bringt Leid und für viele Menschen den Tod.“ Kurz verwies auf die Situation in Italien, wo es „hundert Tote pro Tag“ gebe und wo sich Ärzte entscheiden müssen, wen sie noch behandeln können, weil nicht genügend Kapazitäten vorhanden seien.

    Österreich befinde sich zehn bis 14 Tage hinter Italien. Man müsse „jetzt ganz entschlossen handeln“ und ab Montag „die Republik auf den Notbetrieb herunterfahren“, betonte Kurz. Dies solle dafür sorgen, dass die Verbreitung des Virus bestmöglich verlangsamt werde. Dafür müssten alle zusammen helfen und ihren Beitrag leisten. Kurz brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass man das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nach Ostern wieder aufleben lassen könne.

    ​Bei der Koordinierung der Maßnahmen habe man eine Balance „zwischen einem Maximum an Maßnahmen und einem handlungsfähigen Staat“ finden müssen, sagte Kurz. Er merkte an, Italien habe zwei Probleme gleichzeitig: zum einen die Ausbreitung des Virus, zum anderen Probleme in Versorgung und Logistik.

    Maßnahmen gegen Corona-Epidemie

    Der Bundeskanzler hatte am Dienstag strenge Maßnahmen angekündigt, die die Ausbreitung des neuartigen Virus im Land stoppen sollen. Demnach ist die Einreise von Italien nach Österreich nur noch mit ärztlichem Attest möglich. Außerdem sind Massenveranstaltungen unter Teilnahme von mehr als 500 Personen in freier Luft und von mehr als 100 Personen in einem geschlossenen Raum verboten.

    Am Montag treten weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in Kraft. Nicht essenzielle Geschäfte müssen für eine Woche schließen. Ausgenommen sind der Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Post, Banken und andere Geschäfte, die für die Grundversorgung notwendig sind. Auch der Tierfutterhandel bleibt offen. Ebenso dürfen Geschäfte für medizinische Produkte und Heilbehelfe weiterhin öffnen, desgleichen solche, die Sicherheits- und Notfallprodukte sowie Wartungsarbeiten anbieten.

    ls/sb

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