14:07 10 August 2020
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    Moskau hat Behauptungen Washingtons, dass Russland Energie als Waffe missbrauche, als eine Zwecklüge zurückgewiesen. „Wir schließen nicht aus, dass die USA solche Thesen auch künftig in die Welt setzen werden“, sagte der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Samstag.

    Erklärungen über russische Energie als Waffe würden nicht zum ersten und bei Weitem nicht zum letzten Mal abgegeben. „Mit der Berufung auf ‚äußere Feinde‘ in der Energiesparte und im militärtechnischen Bereich untermauern die USA seit langem ihre Politik des Diktats gegenüber Ländern, die an der Verbesserung und dem Ausbau der gleichberechtigten, gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit mit Russland interessiert sind“, betonte der russische Diplomat.

    USA gegen Nord Stream 2

    Die US-Amerikaner machten keinen Hehl aus ihren Versuchen, das Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zu torpedieren. Jetzt wollten sie den Kurs in Misskredit bringen, den Russland auf globalen Energiemärkten angesichts der starken Volatilität der Preise und des dramatischen Rückgangs der Nachfrage nach Energieträgern steuere, der die globale Transportbranche infolge der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beinahe lahmgelegt habe, betonte Rjabkow.

    "Feindlicher Akteur"

    Bei einem Briefing im US-State Department hatten die USA Russland „feindseliges Handeln im Energiebereich“ vorgeworfen und Moskau als „feindlichen Akteur“ abgestempelt. Dennoch war von neuen Sanktionen gegen Russland noch keine Rede.

    Zuvor hatte das Wall Street Journal unter Bezugnahme auf nicht näher genannte Quellen berichtet, dass die USA Sanktionen gegen Russland planten, um die Ölpreise zu stabilisieren. Washington wolle Saudi-Arabien mit diplomatischen Mitteln dazu zwingen, die früheren Erdölfördermengen wiederherzustellen, die es vor dem Scheitern der OPEC+-Vereinbarung gegeben habe. Gegen Moskau sollten neue Restriktionen beschlossen werden, schrieb die Zeitung, ohne auf Details einzugehen.

    "Intervention zu passendem Zeitpunkt"

    US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag erklärt, dass die Vereinigten Staaten „zu einem passenden Zeitpunkt“ auf dem Ölmarkt intervenieren würden.

    OPEC+-Deal geplatzt

    Die Verhandlungen des Ölkartells mit nicht OPEC-Ländern über die Verlängerung des sogenannten OPEC+-Deals waren am 6. März in Wien gescheitert. Die Hauptakteure konnten keine Einigung erzielen: Saudi-Arabien forderte eine weitere Drosselung der Ölproduktion, während Russland die früheren Parameter beibehalten wollte. Nach langem Streit sah sich Moskau gezwungen, aus dem Abkommen auszusteigen, die Ölpreise begannen ihre Talfahrt. Derzeit liegt der durchschnittliche Ölpreis um 45 Prozent unter dem Stand vor dem Platzen des OPEC+-Deals.

    Ölkrieg Moskau-Riad? Oder doch nicht?

    Mehrere Medien berichten vom Beginn eines Ölkrieges zwischen den wichtigsten Produzenten. Reuters zufolge versucht Saudi-Arabien, Russland von den Hauptmärkten durch billigeres Öl zu verdrängen. Zudem habe das Königreich offiziell verkündet, dass die täglichen Öllieferungen auf 12,3 Mio Barrel (je 159 Liter) aufgestockt würden. Indes übersteige diese Zahl die eigentlichen Kapazitäten der Saudis um 0,3 Millionen Barrel. Daher werde das Land seine Ölreserven anzapfen müssen, hieß es.

    Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin, hatte am Freitag erklärt, dass Riad und Moskau keine Preiskriege auf dem Ölmarkt führten. Es gehe lediglich um eine „ungünstige globale Konjunktur“, sagte er.

    am/gs/ta

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    Dementi, Anschuldigungen, Verfall, Ölpreise, USA, Russland