10:03 04 Dezember 2020
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    Im Prozess wegen Mord am saudischen regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft teilte am Mittwoch mit, 18 Angeklagten werde vorsätzlicher Mord unter Folter vorgeworfen. Zwei weitere würden wegen Anstiftung zu der Tat beschuldigt.

    Einer der mutmaßlichen Hauptplaner des Verbrechens, Saud bin Abdullah al-Kahtani, war zuständig für Medienangelegenheiten am saudischen Königshof. Er wurde in der Nacht entlassen, in der Riad den Tod Khashoggis eingeräumt hatte. Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

    Ein saudisches Sonderkommando hatte Khashoggi am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul getötet und den Leichnam anschließend zerstückelt. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman übernahm die Verantwortung für die Tat, bestritt aber, die Tötung angeordnet zu haben.

    Laut der UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard gebe es jedoch glaubwürdige Hinweise auf eine mögliche persönliche Verantwortung des Kronprinzen.

    Ein Gericht in Saudi-Arabien hatte im Dezember fünf Männer im Fall Khashoggi zum Tode verurteilt. Drei weitere Angeklagte wurden wegen „Verheimlichung des Verbrechens“ zu Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt. Al-Kahtani wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien vernommen, mangels Beweisen für seine mögliche Verwicklung aber dort nicht angeklagt. Die Türkei, die EU und die UNO hatten die Todesurteile scharf kritisiert.

    ls/mt/dpa

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    Tags:
    Mohammed bin Salman al-Saud, Dschamal Chaschukdschi, Saudi-Arabien, Türkei