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    Adidas will im April für seine Läden keine Miete zahlen und macht Gebrauch von einem neuen Gesetz. Das sorgt für viel Kritik – insbesondere aus den politischen Kreisen. Doch der Sportartikelhersteller verteidigt sich.

    Als eines der ersten deutschen Unternehmen hatte der Sportartikelhersteller Adidas angekündigt, wegen der Corona-Krise Mietzahlungen für geschlossene Shops vorläufig einzustellen. Diesem Vorbild folgten auch die schwedische Modekette H&M und die deutsche Schuhhandelskette Deichmann.

    Das sorgt bei vielen deutschen Politikern für Unverständnis. So kritisierte beispielsweise die Vizepräsidentin des Europa-Parlaments, Katharina Barley (SPD), den deutschen Sportartikel-Riesen scharf.

    „Es irritiert, wenn große Unternehmen einfach so einen Mietzahlungsstopp verkünden. Jetzt ist die Zeit der Kooperation“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz ( SPD) in der „Bild am Sonntag“.

    Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD)  bezeichnete das Verhalten von Adidas als unverantwortlich. Der Konzern habe in den vergangenen Jahren hohe Gewinne erzielt. „Jetzt müssen alle die Krise gemeinsam schultern (...) Alle sind gefordert, sich nicht wegzuducken.“

    „Es geht lediglich um eine Stundung“

    Adidas allerdings sieht sich zu Unrecht angegangen.

    „Es geht uns nicht darum, die Miete für den April nicht zu bezahlen. Es geht lediglich um eine Stundung“, sagt Unternehmenssprecher Jan Runau gegenüber tagesschau.de. Adidas sei dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch.

    Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted stellte nach massiver Kritik mittlerweile auch klar, der Sportartikelkonzern wolle privaten Vermietern seiner Läden unverändert die Miete zahlen. „Nur im Ausnahmefall sind unsere Vermieter Privatpersonen; wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten“, sagte Rorsted der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag). Die meisten eigenen Geschäfte würden von großen Immobilienvermarktern und Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten für den vorläufigen Mietzahlungsstopp „überwiegend Verständnis gezeigt“.

    Kurzarbeit wird beantragt

    Rorsted kündigte an, dass Adidas diese Woche Kurzarbeit für Produktion, Lager sowie Mitarbeiter in den selbst betriebenen Läden beantragen werde.

    Für den Fall wochenlanger Einschränkungen sagte der Unternehmenschef: „Das wird zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, deutlich schlimmer als in der Finanzkrise 2008/2009.“

    sm/mka

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    Kritik, Gesetz, Coronavirus, Adidas