14:07 10 August 2020
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege Donald Trump haben am Montag in einem Telefongespräch angesichts der Coronavirus-Pandemie Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit besprochen. Dies berichtet der Kreml-Pressedienst. Außerdem wurden Gespräche auf Ministerebene über den Ölmarkt vereinbart.

    Die Staatschefs hätten sich besorgt gezeigt und sich über die Lage in ihren Ländern beim Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 ausgetauscht, teilte der Kreml in Moskau mit. Zudem sei es bei dem Gespräch auf Initiative Trumps um die Situation mit Öl gegangen. Putin und Trump haben nach Angaben der Regierung in Moskau Gespräche auf Ministerebene über die Situation am Ölmarkt vereinbart.

    Russland und Saudi-Arabien liefern sich derzeit einen Kampf um Ölfördermengen. Der Streit hatte Anfang März zu einem Crash beim Ölpreis geführt.

    „Die haben beide verrückt gespielt“, sagte Trump früher am Montag über die zwei Länder in einer Sendung des TV-Senders Fox News.

    Der Petro-Pakt

    Das Börsenblatt „The Wall Street Journal“ hat kürzlich geschrieben, das US-Energieministerium wolle Trump dahin bewegen, zur Stabilisierung der Ölpreise einen Pakt mit Riad einzugehen – zu Lasten Russlands.

    Der US-Präsident hatte vor circa einer Woche erklärt, Russland und Saudi-Arabien kämpften um Anteile am Ölmarkt, weshalb der Ölpreis auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen sei. Die USA würden aber „zur richtigen Zeit“ intervenieren. Bis dahin müsse man einen Mittelweg finden zwischen dem Nutzen aus den niedrigen Ölpreisen und dem Schutz der amerikanischen Ölindustrie.

    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, sagte daraufhin, man verstehe im Kreml den Grund für diese Erklärung von Präsident Trump. Denn viele Unternehmen litten an den niedrigen Ölpreisen – erst recht die Fracking-Förderfirmen in den USA, deren Situation wirklich schlimm sei.

    Die Ölpreise waren am Montag nochmals deutlich gefallen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent gab auf gut 23 US-Dollar nach - der tiefste Stand seit November 2002. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI fiel auf rund 20 Dollar.
    Bei dem zuvor von Trump angekündigten Telefonat sei es auch um weitere Fragen der bilateralen Zusammenarbeit gegangen, hieß es in Moskau. Russland hatte den USA Hilfe im Kampf gegen die Corona-Epidemie angeboten. Putin hatte in der vergangenen Woche vor allem mit Blick auf die USA gefordert, Sanktionen und Handelskriege für die Zeit der Coronavirus-Krise auszusetzen.

    sm/mka

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    Tags:
    Coronavirus, Gespräche, Ölmarkt, Wladimir Putin, Donald Trump