12:47 27 November 2020
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    Vor genau zwanzig Jahren hat die Bunderegierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft gesetzt. Seither stellt vor allem die Windenergie und die Rotoren ein erhebliches Streitthema in Deutschland dar. Im Jahr 2030 das Ziel zu erreichen und auf 65 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen, sei gar nicht so unrealistisch.

    Am ersten April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Seither hat Deutschland sich zunehmen darum bemüht, erneuerbare Energien in das Stromnetz zu integrieren. Im Moment liegt Deutschland bei etwa 42 Prozent Ökostrom-Anteil, laut Angaben der Zeitung „Taz“. Das Ziel des EEG besagt, den Anteil der erneuerbaren Energien im gesamten Stromverbrauch auf 65 Prozent bis zum Jahr 2030 zu steigern.

    Die Organisation habe Berechnungen angefertigt, die zeigen, dass man weniger weit vom Ziel entfernt sei, als man denken mag. Bei der Windenergie benötige man jährlich eine Beschaffung von Rotoren, die 4,1 bis 5,1 Gigawatt (Milliarde Watt) produzieren. Somit produziere man in zehn Jahren 41 bis 51 Prozent mehr Strom mit Windenergie. Die Gesamtleistung würde sich dadurch verdoppeln auf rund 100 Gigawatt. Bei der Solarenergie müsse man hingegen 5,8 bis zehn Gigawatt pro Jahr mehr anschaffen.

    Windenergie

    Um das Ziel von 50 Gigawatt in den nächsten zehn Jahre zu erreichen, bräuchte es ungefähr 12.500 neue Rotoren. Diese leisten durchschnittlich jeweils vier Megawatt (Tausend Watt) pro Anlage. Doch eine Beschaffung von zusätzlichen Rotoren sei meist mit viel Protest verbunden. Momentan bestehen in Deutschland rund 30.000 Windenergie-Anlagen. Nicht alle davon entsprechen den neusten Standards. Würde man diese durch stärkere ersetzten, könne man die Zahl auf 20.000 reduzieren.

    Somit würde man auf 32.500 Anlagen kommen, um das Ziel von 2030 zu erreichen – was im Vergleich zu den heutigen 30.000 Rotoren nach wenig erscheint, so die „Taz“. Allerdings müssten die Flächen, welche die neuen Rotoren einnehmen, größer werden. Laut eines Mitarbeiters von Agora, Thorsten Lenck, benötige eine neue Anlage das 1,7-fache der momentanen Fläche.

    Solarenergie

    Auch in der Solarenergie müsste sich Einiges verändern. Der Ausbau von Solaranlagen benötigt vor allen Dingen große Flächen, die in Deutschland auch zur Verfügung stehen. Harry Wirth vom Frauenhofer Instutut für Solare Energiesysteme nannte der „Taz“ „das Potenzial für Dachanlagen auf 387 Gigawatt“. Auch für Freiflächen bestehe sehr viel Kapazität. Wirth verweise auf eine Studie des Bundesverkehrs- und Digitalministerium (BMVi). Laut dieser könne man 226 Gigawatt Solarleistungen anbieten auf beispielsweise landwirtschaftlichen Flächen.

    Auch wenn die Flächen dafür vorhanden seien, gebe es genug Hürden, die viele Menschen von Fotovoltaik-Anlagen zurückschrecken lassen. So beispielsweise das Mietstromgesetz, welches laut der „Taz“ Produzenten von Solarstrom auf den Dächern dazu verpflichtet, ein Energieversorgungsunternehmen zu gründen. So einem Rechtsrahmen sei laut Wirth keineswegs praktikabel.

    lm

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    Tags:
    Erneuerbare Energien, Windenergie, Solarenergie, Energiewende