15:24 10 Juli 2020
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    Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel, hat sich nach eigenen Worten absichtlich mit dem neuen Coronavirus infiziert. Das sagte der Politiker gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Stunden später gab er noch eine öffentliche Erläuterung.

    „Ich habe mich fast schon bewusst infiziert, weil ich meine Freundin nicht in der Quarantäne allein lassen wollte“, die sich zuvor in der Schweiz infiziert habe.

    Ferner sagte er wörtlich

    „Dann dachte ich: Naja, das kriegt man zwei Tage und dann ist man immun. Ich bin doch überrascht gewesen, dass es mich zwei Wochen ganz schön beschäftigt hat.“

    Die Krankheit sei „schon heftiger“ gewesen als gedacht, fügte der Politiker hinzu.

    In einer häuslichen Gemeinschaft sei es fast nicht möglich, sich nicht anzustecken, sagte er. Das langfristige Ziel sollte sein, dass sich so viele Menschen immunisieren, dass die Krankheit einen nichts mehr anhaben kann, so von Dassel.

    Kritik an „bewusster Ansteckung“

    Die CDU-Fraktion von Mitte warf von Dassel in diesem Zusammenhang verantwortungsloses Handeln vor. Der Vorsitzende Sebastian Pieper sagte: „Ein Bezirksbürgermeister muss gerade in der Krise zu 100 Prozent Vorbild für die Menschen im Bezirk sein.“

    Ferner hieß es in der offiziellen Mitteilung:

    „Mit der bewussten Infizierung verharmlost der Bezirksbürgermeister die Gefahr nicht nur in verantwortungsloser Art und Weise, auch beamtenrechtlich ist eine bewusst herbeigeführte Erkrankung nicht darstellbar.“

    Von Dassel erläutert

    In einer Pressemitteilung des Bezirks von Mittwochnachmittag äußerte sich von Dassel nochmals zu seinen Aussagen. Der Politiker schreibt, dass er sich als Kontaktperson ebenfalls in Quarantäne begeben musste. „Da wir beide nicht über einen Zweitwohnsitz verfügen und weder sie als Infizierte noch ich als möglicherweise schon Infizierter in ein Hotel oder zu Freunden hätten ziehen dürfen, war die gemeinsame Quarantäne alternativlos“, erläuterte er.

    Weiter heißt es: „Da eine Ansteckung bei einer gemeinsamen häuslichen Quarantäne für 14 Tage trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kaum vermeidbar ist, habe ich dann aber bewusst in Kauf genommen, mich schnell bei ihr anzustecken, um die Quarantäne nicht im Zweifel sogar auf bis zu vier Wochen – bei einer Ansteckung am Ende ihrer Quarantäne – ausdehnen zu müssen.“

    ak/tm

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    Tags:
    Ansteckung, Kritik, Coronavirus, Berlin, Deutschland