12:32 06 Juli 2020
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    In Prag ist am Freitagmorgen auf Beschluss der Munizipalbehörden das Denkmal für den sowjetischen Marschall Iwan Konew abgerissen worden. Das teilte der Verwaltungschef des Bezirks sechs der tschechischen Hauptstadt, Ondřej Kolář, gegenüber Journalisten mit. Ein Video darüber ist in sozialen Netzwerken aufgetaucht.

    Das Denkmal war vor 40 Jahren anlässlich des 35. Jahrestages der Befreiung der Stadt von den faschistischen deutschen Truppen aufgestellt worden.   

    Kolář hatte im September 2019 die Verlagerung des Monuments an einen anderen Ort verfügt. Dies gab Anlass zu umfassenden Diskussionen im Netz. Gegen den Abriss des Denkmals traten Veteranenorganisationen und Vertreter der Öffentlichkeit auf. Das russische Außenministerium nannte diese Entscheidung empörend.

    „Das heutige Entfernen des Bronzedenkmals für Marschall Konew vom Podest ist die letzte Note der Etüde, die in diesem Bezirk 1980 (im Jahr der Errichtung des Denkmals) gespielt wurde“, schrieb Kolář auf seiner Facebook-Seite.

    Wie die Mitarbeiterin der Prager Stadtverwaltung, Hana Marvanová, gegenüber der Presse sagte, werde das Denkmal laut einem Abkommen mit der Bezirksverwaltung an ein Museum übergeben.

    Jiří Ovčáček, Pressesekretär des tschechischen Präsidenten Miloš Zeman, hat das Handeln der Behörden des Prager Bezirks sechs heftig kritisiert.

    „Die tschechischen politischen Extremisten feiern heute einen großen Tag. In einer schweren Zeit (des Kampfes gegen COVID-19) beschlossen diese überheblichen und hasserfüllten Personen, unser Land mit Schande zu bedecken. Sie beseitigen das Denkmal für Marschall Konew, der Auschwitz und die Tschechoslowakei von den deutschen Nazis befreite (…)“, schrieb Ovčáček auf Twitter.

    Der ehemalige Vizevorsitzende der Kommunistischen Partei von Tschechien und Mähren, Josef Skála, kommentierte diese Situation gegenüber Sputnik.

    „Das Scheußliche an dieser Tat besteht darin, dass Menschen jetzt faktisch ihre Häuser nicht oder nur für kurze Zeit verlassen. Wie Rowdies und ausgekochte Halunken haben sie sich (Bezirksverwaltung) hinter dem Ausnahmezustand verborgen und die Statue unseres Befreiers weggebracht ... Der Staat und seine wichtigsten Exekutivorgane können sich nicht damit rechtfertigen, dass wir keine zeitgemäßen Schritte unternommen hätten, um diese Schande zu verhindern. Wir richteten einen offenen Brief an Premier und Regierung. Wir schlugen eine klare Lösung vor: das Denkmal für Marschall Konew zum nationalen Kulturdenkaml erklären (...) Leider  wurden wir nicht erhört. Es darf nicht so weiter bleiben. Wir werden uns an die Regierung mit der Frage wenden, wie sie diesen Widersinn nur zulassen konnte.“

    Die russische Botschaft in Prag hat gegenüber dem tschechischen Außenministerium entschiedenen Protest im Zusammenhang mit der Demontage des Denkmals erhoben.

    ls/mt

     

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    Tags:
    Milos Zeman, Russland, Sowjetunion, Tschechien