13:10 02 Juni 2020
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag in einer Pressekonferenz dazu aufgerufen, die Europäische Union in der Corona-Krise entschlossen zu verteidigen. Denn die Union stehe vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Gründung. Deutschland werde aber selbstverständlich zum freien Leben zurückkehren, versicherte die Kanzlerin.

    Die Pandemie sei ein „symmetrischer Schock”, der alle Staaten gleichermaßen betreffe, betonte Merkel. Es sei das Interesse aller EU-Staaten, auch Deutschlands, dass Europa stark aus dieser Bewährungsprobe hervorgehe. „Auch Deutschland wird es auf Dauer nur gut gehen, wenn es Europa gut geht”, sagte sie.

    Die Coronakrise verglich Merkel mit einer Naturkatastrophe. Angesprochen auf eine mögliche Maskenpflicht sagt Merkel, dass sich die Regierung derzeit die Vorschläge aller Experten anhöre. Wichtig dabei sei jedoch die Pflege dieser Masken. 

    Wann kommt die Lockerung? 

    Angesprochen auf eine mögliche Lockerung der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus sagte Merkel, noch könne sie keine konkrete Frist nennen: „Wir wären eine schlechte Bundesregierung, wenn wir jetzt schon ein Datum nennen würden.” Österreich sei Deutschland zeitlich schon in der gesamten Krise ein wenig voraus gewesen. In jedem Fall werde es ein schrittweises Ende.

    Am Montag wurde bekannt, dass Österreich ab dem 14. April die Ausgangsbeschränkungen schrittweise lockern wird.

    Kanzlerin verspricht Rückkehr zum freien Leben

    Ein Journailst fragte Merkel, ob sie denn garantieren könne, dass die laufenden Anti-Corona-Maßnahmen vollständig wieder zurückgefahren werden könnten. „Natürlich” könne sie das garantieren, antwortete Merkel.

    „Selbstverständlich werden wir zu dem freien Leben zurückkehren”, wenn es die gesundheitliche Lage zulasse - das sage sie auch als „freiheitsliebende Bürgerin”.

    Merkel will in Deutschland eigene Schutzausrüstungs-Produktion

    Deutschland muss als Konsequenz der Corona-Krise eine eigene Produktion für Schutzbekleidung aufbauen, betonte Merkel in der Pressekonferenz in Berlin. Dazu werde im Bundeswirtschaftsministerium ein eigener Stab eingerichtet.

    „Es ist wichtig, dass wir als eine Erfahrung aus dieser Pandemie lernen, dass wir hier auch eine gewisse Souveränität brauchen oder zumindest eine Säule der Eigenfertigung”, sagte Merkel. „Das kann in Deutschland sein. Wir werden es aber auch versuchen, europaweit abzustimmen. Auf jeden Fall brauchen wir hier Fähigkeiten.”

    Kanzlerin dankt Bürgern

    Merkel hat Bürgerinnen und Bürgern für die weitgehende Einhaltung der Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus gedankt. „Für dieses Verständnis, das es gibt, möchte ich mich bedanken, denn die Regeln werden ja doch von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen eingehalten”, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Ende ihrer eigenen häuslichen Quarantäne. Merkel hatte sich zuhause isoliert, nachdem sie Kontakt mit einem Arzt hatte, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

    Die Einhaltung dieser „sehr, sehr harten Regeln” gerade auch beim aktuellen schönen Wetter leiste einen Beitrag, um Menschenleben zu retten und Pflegepersonal das Leben zu erleichtern, sagte Merkel.

    ta/gs/dpa

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    Coronavirus, EU, Deutschland, Angela Merkel