06:22 31 Oktober 2020
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    Nachdem die deutsche Regierung vor wenigen Tagen die Aufnahme von 50 Flüchtlingskindern aus Griechenland beschloss, pocht nun SPD-Chefin Saskia Esken darauf, weitere Kinder aus Lagern in diesem Land zu holen.

    „Im Koalitionsausschuss haben wir mit CDU und CSU vereinbart, dass Deutschland bei der Linderung der Not der Kinder einen angemessenen Beitrag leistet, auch wenn nicht alle Mitgliedstaaten der EU sich beteiligen“, sagte Esken am Montag gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

    Ihr zufolge ist die Lage für die Menschen in Griechenland mit der Corona-Pandemie nicht einfacher geworden. Daher müssten nach der beschlossenen Aufnahme von 50 Kindern „sehr zügig“ weitere Schritte folgen.

    Deutsche Regierung beschließt Aufnahme von 50 Flüchtlingskindern aus Griechenland

    Am Mittwoch sagte Deutschland zu, in dieser Woche die ersten 50 unbegleiteten Minderjährigen aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen.

    Die Kinder sollten zunächst für 14 Tage in eine Corona-Quarantäne in Niedersachsen kommen. Dann sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden. Neben Deutschland bekundete auch Luxemburg seine Bereitschaft, minderjährige Flüchtlinge von den griechischen Inseln zu holen.

    In weiteren Ländern, die ursprünglich Hilfe zugesagt hatten, verzögert sich die Aufnahme jedoch wegen der aktuellen Corona-Pandemie. Insgesamt hatten sich im März acht EU-Staaten grundsätzlich zur Aufnahme minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge und anderer Migranten aus Griechenland bereit erklärt.

    Deutschland will bis zu 1500 Kinder aus Griechenland holen

    Im März hatte der Koalitionsausschuss von Union und SPD beschlossen, im Rahmen der EU-Partner einen Anteil von insgesamt etwa 1000 bis 1500 Kindern aus Griechenland nach Deutschland zu holen und zu betreuen. Es handelt sich laut dem Koalitionsbeschluss um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

    Flüchtlingslage auf griechischen Inseln

    Die Türkei hatte Anfang März die Grenze zur EU für Migranten für offen erklärt. An mehreren Stellen der türkisch-griechischen Grenze hatte es damals Zusammenstöße zwischen der griechischen Grenzpolizei und Schutzsuchenden gegeben, wobei Wasserwerfer, Tränengas und Ventilatoren gegen Schutzsuchende eingesetzt wurden.

    Auf den griechischen Inseln leben zahlreiche Menschen in völlig überfüllten Flüchtlingslagern. Menschenrechtsgruppen befürchten eine humanitäre Katastrophe in dem Fall, dass sich das neuartige Coronavirus dort ausbreitet.

    ns/ae/dpa/sna

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    Tags:
    Türkei, Epidemie, Coronavirus, Aufnahme, Flüchtlingskinder, Saskia Esken, SPD, Griechenland, Deutschland