00:24 12 Juli 2020
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    Vertreter der USA und der radikal-islamistischen Bewegung Taliban* haben bei einem Treffen in Katars Hauptstadt Doha die Umsetzung des Ende Februar geschlossenen Friedensabkommens diskutiert. Das gab der Sprecher des Taliban-Büros in Katar, Suhail Shaheen, am Dienstag via Twitter bekannt.

    Laut dem Sprecher nahmen der Vertreter des politischen Taliban-Büros in Doha und Hauptunterhändler Mullah Abdul Ghani Baradar, der US-Sondergesandte für Aussöhnung in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, der Befehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Scott Miller, sowie das Oberhaupt des Emirats Katar, Scheich Tamīm bin Hamad ath-Thānī, am Gespräch am Dienstagnachmittag (Ortszeit) teil.

    ​„Sie haben von einer vollständigen Umsetzung des Abkommens sowie von Verzögerungen bei der Freilassung der Gefangenen gesprochen. Verstöße gegen die Vereinbarung sowie andere Probleme und Wege zu ihrer Lösung wurden ebenfalls diskutiert“, twitterte Shaheen. 

    Afghanistans Regierung lässt weitere 361 inhaftierte Taliban-Kämpfer frei

    Am Montag hat die afghanische Regierung  weitere 361 Taliban-Kämpfer aus der Haft entlassen, wie der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Dschawid Faisal, mitteilte.

    Ihm zufolge wird gemäß dem Präsidentenerlass  vom 11. März die Freilassung in anderen Gefängnissen fortgesetzt, bis insgesamt 1500 Mitglieder der radikal-islamistischen Bewegung im Rahmen der Anstrengungen zur Förderung des Friedens und zur Coronavirus-Eindämmung entlassen worden sind.

    Zuvor wurde von der Freilassung von 300 Taliban-Kämpfern berichtet. Die Taliban hätten wiederum 20 Gefangene entlassen und sie an die Vertretung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in der südafghanischen Provinz Kandahar übergeben.   

    Friedensabkommen zwischen Washington und Taliban

    Mehr als 18 Jahre nach dem US-Einmarsch in Afghanistan hatten die USA und die Taliban Ende Februar in Doha ein Abkommen über Wege zu einem Frieden geschlossen. Das Dokument sieht einen Abzug aller US-amerikanischen und internationalen Truppen bis Ende April kommenden Jahres aus Afghanistan vor.

    Im Gegenzug sollen die Taliban Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung in Kabul aufnehmen sowie Garantien geben, dass Afghanistan kein sicherer Hafen für Terroristen wird.

    In das Abkommen wurde die Freilassung von Gefangenen aufgenommen, als Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche zwischen der Regierung in Kabul und den militant-islamistischen Taliban.

    *eine Terrorvereinigung, in Russland und Deutschland verboten

    ns/ae/sna

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    Tags:
    Scott Miller, Dschawid Faisal, Suhail Shaheen, Friedensabkommen, Taliban, Katar, Afghanistan, USA