12:05 04 Juli 2020
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    Nachrichtenüberblick: Langsame Lockerungen in Deutschland; Amnesty warnt vor Einschränkung von Menschenrechten in Corona-Krise; Regierungsbildung in Israel erneut gescheitert; Erstmals mehr als 2400 Corona-Tote in den USA an einem Tag; Sonja Zietlow kehrt nach Corona-Postings Facebook den Rücken; Wallraff will Händeschütteln nicht wieder einführen

    Sputnik präsentiert Ihnen in Kürze, was in der Nacht zum Donnerstag geschah.

    Nur langsame Lockerungen in Deutschland

    Die strengen Kontaktbeschränkungen und Einschränkungen in Deutschland werden nur langsam gelockert, so das zentrale Ergebnis der Beratungen von Bund und Ländern über das Vorgehen ab dem 20. April. Kleinere Läden dürfen aber wieder öffnen. Die Lockerungen sind äußerst zurückhaltend gewählt. Zu groß ist die Angst der Bundes- und Landesregierungen vor einem erneuten rasanten Anstieg der Zahl der Corona-Infizierten. Man darf gespannt sein, wie das bei den Bürgern ankommt – nochmals mindestens zwei Wochen ohne Freunde und Verwandte außerhalb des Hausstandes, ohne Tagesausflüge oder Kurztrips, ohne Kneipenbesuch. Und viele Eltern müssen sich weiter zu Hause um ihre Kinder kümmern, denn erst ab Anfang Mai geht es wieder richtig mit den Schulen los. Die deutsche Wirtschaft fordert vom Bund nach den Beschlüssen weitergehende Entscheidungen. Der Handel kritisierte vor allem die Regel, dass nur Geschäfte mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern öffnen dürfen. Das werde zu Wettbewerbsverzerrungen und Rechts-Unsicherheiten führen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Handelsverbands HDE, Stefan Genth.

    Amnesty warnt vor Einschränkung von Menschenrechten in Corona-Krise

    Amnesty International warnt vor zunehmenden Einschränkungen von Grundrechten in Europa im Zuge der Corona-Krise. Bereits im vergangenen Jahr habe es eine entsprechende Tendenz gegeben, die sich nun zu beschleunigen drohe, erklärte die Menschenrechtsorganisation heute zur Veröffentlichung ihres Jahresberichts für Europa und Zentralasien. Dem Schutz der Menschenrechte komme gerade in Krisen wie einer globalen Pandemie besondere Bedeutung zu, sagte der Deutschland-Chef von Amnesty, Markus Beeko. Übermäßig gefährdete Menschen wie Obdachlose oder Asylsuchende müssten ebenso geschützt wie grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien geachtet werden.

    Regierungsbildung in Israel erneut gescheitert

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Oppositionskandidat Benny Gantz sind mit der Bildung einer Regierung erneut gescheitert. Sie ließen eine bis Mittwoch um 24 Uhr (Ortszeit, 23 Uhr MESZ) gesetzte weitere Frist verstreichen. Präsident Reuven Rivlin hatte bereits angekündigt, im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen das Mandat zur Regierungsbildung an das Parlament zu geben. Liegt das Mandat bei der Knesset, kann jeder Abgeordnete – auch Gantz und Netanjahu – versuchen, binnen 21 Tagen die Unterstützung von 61 der insgesamt 120 Parlamentarier zu finden.

    Erstmals mehr als 2400 Corona-Tote in den USA an einem Tag

    In den USA sind einer Universität zufolge innerhalb von 24 Stunden so viele Menschen wie noch nie zuvor infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bis heute Nacht um 3.00 Uhr MESZ verzeichneten die Experten der Johns-Hopkins-Universität in den Vereinigten Staaten 2494 Todesfälle binnen 24 Stunden. Seit Beginn der Epidemie sind in den USA der Universität zufolge mehr als 28.300 Menschen infolge einer Infektion mit dem Virus ums Leben gekommen. Die Zahl der bestätigten Fälle in den USA liegt demnach bei mehr als 630.000 – mehr als in jedem anderen Land der Welt.

    Sonja Zietlow kehrt nach Corona-Postings Facebook den Rücken

    Nach umstrittenen Postings zur Corona-Krise hat die Fernsehmoderatorin Sonja Zietlow ihr Facebook-Profil eigenen Worten zufolge vorerst gelöscht. Sie müsse sich leider selber den Vorwurf machen, dass sie Facebook unterschätzt habe, teilte die 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur mit. Sie habe sich entschieden, diesem „digitalen Watschen-Karussell“ bis auf weiteres den Rücken zu kehren, ließ die RTL-Dschungelcamp-Moderatorin weiter mitteilen. Zietlow hatte auf ihrer privaten Facebook-Seite Kommentare, Bilder und Videos zu Corona gepostet und war als Verschwörungstheoretikerin angegangen worden.

    Wallraff will Händeschütteln nicht wieder einführen

    Günter Wallraff ist dafür, das Händeschütteln auch nach dem Ende der Corona-Krise nicht wieder einzuführen. Es sollten andere Begrüßungsformen an die Stelle treten, sagte der Enthüllungsjournalist und Bestsellerautor in Köln. In anderen Kulturen sei das auch aus Hygienegründen schon lange eine Selbstverständlichkeit. „In unserer heutigen immer mobileren und zusammenwachsenden Welt werden Pandemien, so prognostizieren es Epidemiologen, in Zukunft immer häufiger auf uns zukommen“, sagte Wallraff.

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