23:02 06 Juli 2020
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    Nach Angaben der UN-Vermittler hat die vor kurzem verkündete Waffenruhe im Bürgerkriegsland Jemen die Chance auf einen dauerhaften Frieden vergrößert.

    Am Donnerstag teilte der UN-Vermittler Martin Griffiths im UN-Sicherheitsrat in New York mit, dass Gespräche für einen anhaltenden landesweiten Waffenstillstand und humanitäre Hilfsprojekte in dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel große Fortschritte machten.

    Laut Griffiths werde ein Waffenstillstand von beiden Seiten – dem von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis sowie den Huthi-Rebellen - unterstützt.

    „Wir erwarten, dass sie diese Abkommen in naher Zukunft vereinbaren und formell annehmen. Es hat sich die Chance ergeben, Frieden in den Jemen zu bringen“, sagte Griffiths.

    Er unterstrich auch, dass die in der vergangenen Woche einseitig verkündete Feuerpause eine „klare Verpflichtung zu einer friedlichen, politischen Lösung des Konflikts“ gewesen sei. Dabei dankte der UN-Vermittler den Kriegsparteien für ihre offenen und raschen Gespräche für eine Lösung des fünf Jahre andauernden Konflikts.

    Zu den geplanten humanitären Maßnahmen zählten die Öffnung des Flughafens in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa, die Freilassung von Gefangenen, die Zahlung der Beamtengehälter sowie die Öffnung des wichtigen Hafens in Hudaida für lebensnotwendige Lieferungen.

    Waffenruhe im Jemen

    Am 9. April teilten die saudischen Behörden gegenüber Journalisten mit, dass die saudischen Streitkräfte und andere Koalitionspartner einen einseitigen Waffenstillstand für einen Zeitraum von zwei Wochen einhalten würden. Die Saudis gaben an, die Huthis an den Verhandlungstisch bewegen zu wollen, was die Bekämpfung des neuartigen Coronavirus ermöglichen solle.

    Die Huthis wiederum unterbreiteten eine Initiative, die eine endgültige Einstellung der Kriegshandlungen an Land, auf See und in der Luft vorsieht.

    Konflikt im Jemen

    Der militärische Konflikt zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen der schiitischen Bewegung „Ansar Allah“ dauert seit 2014 an. Die arabische Koalition unter Führung Saudi-Arabiens war im März 2015 in den Jemen einmarschiert und kämpft seitdem auf der Seite des Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

    Ende 2018 vereinbarten die Konfliktparteien einen Waffenstillstand und einen Rückzug von den eroberten Stellungen. Diese Vereinbarungen werden jedoch von Anfang an nicht eingehalten.

    ac/mt/dpa

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    Tags:
    Frieden, Waffenruhe, Saudi-Arabien, Huthi-Rebellen, Konflikt, Jemen, UN-Sicherheitsrat, UN