06:33 20 Oktober 2020
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    US-Präsident Donald Trump hat China vorgeworfen, schwere Versäumnisse beim Ausbruch des Coronavirus zugelassen zu haben. Auf seiner täglichen Pressekonferenz zu dem Virus sagte Trump am Samstag, das Virus hätte in China gestoppt werden können, bevor es sich weltweit ausbreitete.

    China müsse zur Verantwortung gezogen werden, sollte sich herausstellen, dass die Volksrepublik für den Ausbruch verantwortlich sei, so Trump. Er schloss nicht aus, dass es sich dabei um einen Fehler gehandelt haben könnte. „Wenn es ein Fehler war, ein Fehler ist ein Fehler", sagte Trump. „Aber wenn sie wissentlich dafür verantwortlich waren, dann sollte es sicherlich Konsequenzen geben.“ Wie diese aussehen könnten, erläuterte Trump nicht.

    Der US-Präsident und seine Berater haben China bereits öfter mangelnde Transparenz in Bezug auf den Ausbruch des Coronavirus in der Stadt Wuhan vorgeworfen. Er beschuldigte auch die Weltgesundheitsorganisation wegen besonderer Freundlichkeit gegenüber China und stellte in dieser Woche die Zahlungen an die WHO ein. Nach Trumps Worten habe die Organisation die Desinformationskampagne aus China unterstützt und damit wahrscheinlich die Ausbreitung des Coronavirus gefördert.

    Trump stellte erneut die Zahl der Toten in China infrage. Peking hatte diese am Freitag nach oben korrigiert. China räumte ein, dass knapp 1300 Tote in Wuhan zunächst nicht erfasst wurden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer in ganz China auf 4632. In den USA sind nach neuesten Daten mehr als 39.000 Menschen an den Folgen der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das ist die welthöchste Zahl der Corona-Toten.

    In den USA gibt es weltweit auch die meisten Infektionen – fast 741.000. Das Epizentrum ist New York. Der Gouverneur des Bundesstaates, Andrew Cuomo, sah am Samstag erste Anzeichen, dass der Höhepunkt der Krise erreicht sein könnte. Die Zahl der Toten durch Covid-19 habe sich zuletzt verlangsamt, sagte er.

    Mehrere Bundesstaaten haben in den vergangenen Tagen mit einer Lockerung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens begonnen. Trump hatte am Donnerstag Richtlinien zum Wiederhochfahren der durch die Epidemie massiv belasteten Wirtschaft vorgestellt, die Entscheidung über den Zeitpunkt und die Umsetzung aber den Gouverneuren überlassen. Auch unter der Bevölkerung wird der Unmut über die Einschränkungen immer lauter. Im Laufe dieser Woche gab es zahlreiche Proteste unter anderem in den Hauptstädten von Ohio, Minnesota, Michigan und Virginia. Dabei missachteten viele Demonstranten die empfohlenen Abstandsregeln und trugen auch keinen Mund-Nasen-Schutz.

    Am Samstag wurde auch in Texas für eine Aufhebung der Beschränkungen demonstriert. In Austin riefen die Demonstranten „USA! USA!“ und „Lasst uns arbeiten!“ In den vergangenen vier Wochen haben 22 Millionen US-Amerikaner wegen der Corona-Krise ihren Job verloren. Wie Trump am Samstag sagte, würden am Montag in Texas und Vermont die Einschränkungen aufgehoben. Montana folge am Freitag.

    ls/mt/rtr

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