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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (529)
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    Angesichts der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie hat Jordanien Hilfslieferungen an das Flüchtlingslager Rukban in Ostsyrien verboten. Dies gab der jordanische Außenminister, Ayman Safadi, am Montag bekannt.

    Safadis Ansicht nach trage Damaskus eine direkte Verantwortung für das Flüchtlingslager Rukban: „Da sich eine Massenanhäufung von syrischen Bürgern auf dem Territorium der Arabischen Republik Syrien befindet, soll jegliche humanitäre oder medizinische Hilfe, die das Lager benötigt, aus dem Land selbst kommen“, äußerte er bei einem Telefonat mit dem UN-Sondergesandten für Syrien, Geir Pedersen.

    Das Flüchtlingscamp Rukban befindet sich in der Nähe der Stadt Al-Tanf in Ostsyrien, in einem Gebiet, das von US-Militärs kontrolliert wird. Zuvor hatte der Chef des syrischen Menschenrechtsnetzwerks gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Novosti mitgeteilt, dass alle jordanischen medizinischen Einrichtungen und deren Mitarbeiter, die in Rukban tätig gewesen waren, das Lager nach Konsultationen mit der US Seite verlassen hatten.

    Am 15. April hatten sich der russische und der syrische Stab zur Heimkehr von syrischen Flüchtlingen über die sanitäre und epidemiologische Lage im Flüchtlingslager Rukban besorgt gezeigt. Nach Angaben der ehemaligen Einwohner des Lagers sind die medizinischen Einrichtungen dort geschlossen. Es gebe weder Medikamente noch Ärzte, niemand könne die Bevölkerung des Camps medizinisch versorgen. Solle eine Epidemie im Lager ausbrechen, hätten Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf kaum Überlebenschancen.

    Es sei inakzeptabel, in diesem Fall die Verantwortung auf Damaskus abzuwälzen, geschweige denn Syrien die Schuld an der Situation in den Gebieten zuzuschreiben, die von der Regierung nicht kontrolliert würden, hatte der russische Botschafter in Syrien, Alexander Jefimow, gegenüber Sputnik geäußert.

    Die syrischen Behörden würden alles Möglich tun, um den Zugang der humanitären Hilfe direkt über die Berührungslinien ins Flüchtlingslager Rukban zu gewährleisten.

    Syrische Menschenrechtler hatten mehrmals dazu aufgerufen, Gebiete, in denen sich Flüchtlingslager befinden, unter die Kontrolle von Damaskus zu übergeben. Auch wenn die medizinische Infrastruktur des Landes während des Krieges schwer beeinträchtigt worden sei, seien lediglich die syrischen Behörden im Stande, ihrer Bevölkerung zu helfen, hieß es.

    asch/ae/sna

     

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    humanitäre Hilfe, Hilfslieferungen, Covid-19, Coronavirus, Jordanien, al-Tanf, At Tanf, At-Tanf, Flüchtlingslager Rukban, al-Rukban, Rukban, Syrien, Syrien