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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (536)
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    Nur wenn ein Impfstoff gegen das Virus Sars-Cov 2 gefunden ist, soll das gesellschaftliche Leben wieder zur Normalität zurückkehren können. Das erklären Politiker ebenso wie der Milliardär und Förderer von Pharma-Firmen Bill Gates. Zweifel und Kritik an dieser Position werden ignoriert. Versuch einer Analyse über Hintergründe und Interessen

    Ohne Impfstoff wird es keine Normalität geben, erklärte am Dienstag Lars Schaade, Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Auf der RKI-Pressekonferenz bezeichnete er es als „vernünftigen Kompromiss“, wie Bund und Länder die Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens schrittweise lockern wollen. Doch diese Maßnahmen können aus Sicht von Schaade erst dann wieder „möglicherweise auf Null“ heruntergefahren werden, wenn es „irgendwann“ keine mit dem Virus Sars-Cov 2 Infizierten und keine lokale Virusvermehrung mehr gibt.

    Doch auch dann müsse es weiter „eine Bereitschaft, das wieder hochzufahren“, geben, so der Vizepräsident des RKI. „Das werden wir ganz sicher nur verhindern können, wenn wir einen Impfstoff haben“, gab Schaade eine Linie wieder, die in der letzten Zeit immer wieder aus verschiedenen Quellen zu hören ist. Das in der Corona-Krise tonangebende RKI untersteht dem Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU).

    „Wir werden unser altes Leben noch lange nicht leben können. In der absehbaren Zeit, mindestens bis es einen Impfstoff gibt, werden wir in einem Zustand besonderer Rücksichtnahme und Distanz verharren müssen.“ Das hatte der Ministerpräsident des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW), Armin Laschet (CDU), zur Corona-Krise und den Beschränkungen des öffentlichen Lebens erklärt. Er äußerte sich in einem Interview mit dem Magazin „Der Spiegel“, das am Samstag veröffentlicht wurde.

    Spahn: Aufpassen, bis der Impfstoff kommt

    Laschet weiter: „Abstand und Schutz werden Regel und Maßstab unseres Alltags bleiben. Es wird auch weiterhin Einschränkungen geben müssen, sicher bis zum Ende des Jahres, wahrscheinlich darüber hinaus.“ Ähnlich äußerte sich Bundesgesundheitsminister Spahn am Sonntag gegenüber dem Sender ZDF. Dem sagte er, er rechne noch über Monate damit, dass die Abstandsgebote von 1,5 Metern und die verschärften Hygieneregeln eingehalten werden müssen.

    „Bis es einen Impfstoff gibt, werden wir miteinander und aufeinander aufpassen müssen“, sagte der Minister im ZDF-Interview. Darauf hatte sich am 15. April bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer in einer Telefonkonferenz geeinigt. In Punkt 17 des Beschlusses heißt es:

    „Eine zeitnahe Immunität in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 ohne Impfstoff zu erreichen, ist ohne eine Überforderung des Gesundheitswesens und des Risikos vieler Todesfälle nicht möglich. Deshalb kommt der Impfstoffentwicklung eine zentrale Bedeutung zu. Die Bundesregierung unterstützt deutsche Unternehmen und internationale Organisationen dabei, die Impfstoffentwicklung so rasch wie möglich voranzutreiben. Ein Impfstoff ist der Schlüssel zu einer Rückkehr des normalen Alltags. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, müssen auch schnellstmöglich genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen.“

    Alles scheint nun an den Immunisierungen mit einem Impfstoff gegen das Virus Sars-Cov 2 und die von ihm laut Weltgesundheitsorganisation WHO ausgelöste Krankheit Covid-19 zu hängen. Doch dazu gibt es unterschiedliche Sichten, ob die Impfung das Zaubermittel gegen das Virus und gegen die mit ihm begründeten Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens bis zum Kontaktverbot ist.

    Unternehmer: Losimpfen wie bei der Grippe

    Eine der kritischen Stimmen kommt von dem Unternehmer Winfried Stöcker, Gründer des Lübecker Medizindiagnostikunternehmen Euroimmun. Er äußerte sich in einem online am Dienstag veröffentlichten Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Darin meinte der Unternehmer, dass sofort mit den Immunisierungen begonnen werden könnte.

    Aus Stöckers Sicht muss nicht bis 2021 gewartet werden, da die notwendigen Antigene bekannt seien. Er behauptet, dass es möglich sei, innerhalb weniger Monate flächendeckend 70 Prozent der Bevölkerung gegen das Virus zu impfen. „Eine Schutzimpfung so wie gegen die Grippe, dann ist die Krankheit zum Stillstand gebracht. Das muss jetzt eigentlich erfolgen.“

    Das an einen US-Konkurrenten 2017 verkaufte Unternehmen Euroimmun verdient laut FAZ sein Geld mit Corona-Testen. Sein Gründer wischte im Interview den Einwand weg, dass ein Impfstoff wegen der Nebenwirkungen erst längere Zeit getestet werden müsste. Das sei nicht notwendig, da die schädlichen Wirkungen einer Infektion mit Sars-Cov 2 so dramatisch seien, „dass man die üblichen Regeln außer Kraft setzen muss.“

    Unternehmer: Nebenwirkungen nicht so schlimm

    Stöckers Vorschlag: „Einfach losimmunisieren mit den bekannten Techniken. Man immunisiert wie bei der Influenza-Impfung alle durch. Insbesondere die alten Leute, die besonders gefährdet sind.“

    Das geschieht seinen Worten nach nur deshalb nicht, „dass man erst einmal lange testen und so und so viele Probanden untersuchen muss. Mit den Antigenen, die wir heute herstellen, ist eine Impfung nicht mehr so gefährlich.“ Auf Nachfrage der FAZ erklärte Stöcker die möglichen Nebenwirkungen der Impfung für „im Allgemeinen harmlos“: „Viel kann da grundsätzlich nicht passieren. Alles, was man sonst von Impfungen kennt und in Kauf nimmt.“

    Nebenwirkungen wie bei den Masern- oder Mumps-Impfungen, die bis zur Hirnhautentzündung reichen können, seien zwar „nichts, was man sich wünscht“, so Stöcker. Doch das passiere nur in ganz seltenen Fällen, fügte er hinzu. Dagegen sei Covid-19 eine „schwerwiegende Infektionskrankheit“ mit schlimmeren Folgen, erklärte er, ohne das weiter zu erläutern.

    Das Beispiel Grippe-Impfung

    Der Medizinunternehmer erwähnte nicht, was die Virologin Karin Mölling im Interview mit Sputniknews zu den Impfungen erklärt hatte. Diese würden nicht einfach werden, ähnlich wie bei den Influenza- bzw. Grippe-Impfungen, so die renommierte Wissenschaftlerin. Bis heute gibt es keine gesicherten Daten, wie verbreitet das Virus unter der Gesamtbevölkerung ist und welche konkreten Folgen es beim Großteil der Infizierten auslöst, auch wenn diese nicht zu den sogenannten Risikogruppen gehören.

    Die Grippe wird nicht nur von einem Erreger ausgelöst wird, unter anderem von Corona-Viren, die es schon vor Sars-Cov 2 gab. Auf der Website impfen-info.de heißt es erklärend dazu:

    „Die sogenannten trivalenten Impfstoffe schützen gegen die drei Grippevirusvarianten, die in der kommenden Grippesaison am häufigsten verbreitet sein werden. Seit der Saison 2013/2014 gibt es auch quadrivalente Impfstoffe, die gegen vier Grippevirusvarianten schützen sollen.“

    Das heißt, dass nie gegen alle bekannten Grippe-Erreger geimpft wird, weil das nicht möglich ist. „Die Impfung bietet – auch aufgrund der wandelbaren Viren – nur für eine Grippe-Saison Schutz und muss jedes Jahr wiederholt werden“, heißt es dazu auf der Webseite des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO).

    US-Gesundheitsbehörde: So wirksam ist Grippe-Impfung

    Dabei ist ein Blick in die USA interessant, die Berichten zufolge derzeit am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffen ist. Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) schrieb auf ihrer Webseite im Januar dieses Jahres, sie führe jährlich Studien, um die Wirksamkeit der Grippe-Impfstoffe zu überprüfen. Jüngste Studien zeigen laut CDC, dass eine Grippeimpfung das Risiko einer Grippekrankheit in der Gesamtbevölkerung um 40 bis 60 Prozent in den Jahreszeiten verringert, in denen der Impfstoff gut auf die meisten zirkulierenden Grippeviren abgestimmt ist.

    Wie gut der Grippe-Impfstoff wirke oder vorbeugend helfe, könne von Saison zu Saison variieren. Zu den Einflussfaktoren zählt das CDC auch, „wer geimpft wird“. Bei den geimpften Personen würden unter anderem das Alter und der Gesundheitszustand über die Wirksamkeit des Impfstoffes entscheiden. Zudem käme es darauf an, ob der Impfstoff mit den Grippeerregern übereinstimme, gegen die er helfen solle und wie diese in der Gesellschaft verbreitet seien.

    Petition: Zwangsimpfungen verhindern

    Das sind alles Fragen, die im Zusammenhang mit Covid-19 noch als weit offen und unbeantwortet gelten. Inzwischen gibt es eine öffentliche Petition an die Bundesregierung und die Europäische Union (EU), die fordert, die gegen Covid-19 angekündigten Zwangsimpfungen gesetzlich zu verbieten. Initiator ist Ingo Job aus Mannheim, der nicht nur fordert, Zwangsimpfungen gesetzlich zu untersagen.

    In Punkt 2 der Petition heißt es:

    „Der ‚Patient‘ hat ein Recht darauf, einen Beipackzettel mit den Inhalten eines Impfstoffes vorab in deutscher Sprache ausgehändigt zu bekommen. Außerdem muss diesem vor der Impfung eine Bedenkzeit gewährt werden. Der Arzt hat die Pflicht zur Aufklärung.“

    Und:

    „Im Zweifelsfall darf dem Patienten, um Transparenz zu schaffen, eine Ampulle mit dem Impfstoff ausgehändigt werden, damit dieser den Impfstoff in einem Labor, auf möglicherweise für den Menschen krankmachende Inhaltsstoffe, selbst von Fachleuten untersuchen lassen kann. Dies muss nicht kostenlos sein.“

    Fragen zu den Impfstoffen

    Die Zusammensetzung des Impfstoffes müsse bekannt sein, so der Initiator der Petition, „da es zum Teil nicht einmal die Ärzte ganz genau wissen und sie uns keine genaue Beschreibung darüber liefern können. Da die Pharmaindustrien keine Angaben über die Inhaltsstoffe machen, sollten wir uns dafür einsetzen, diese Angaben zu erhalten.“

    Die am 2. April auf dem Portal openpetition.de gestartete Petition wurden inzwischen von mehr als 38.000 Menschen europaweit (mehr als 36.000 in der Bundesrepublik) unterzeichnet. Erreicht sie das sogenannte Quorum von 50.000 Unterzeichnenden, wird sie an den Petitionsausschuss des Bundestages übergeben, der sich dann mit dem Anliegen beschäftigen muss.

    Bill Gates und Impfungen in Afrika

    Der Initiator beruft sich bei seinem Anliegen auf Erkenntnisse zu Impfungen, für die sich unter anderem die Stiftung des Milliardärs Bill Gates und dessen Frau Melinda und der von dieser geförderten Organisation Gavi (Global Alliance for Vaccines and Immunization) einsetzte. Dabei ging es beispielsweise 2014 um den Impfstoff Pentavalent, der Kleinkinder angeblich zugleich vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten sowie vor Hepatitis B und Hib schützen sollte.

    Laut einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ aus dem Jahr 2014 war die Impfung umstritten: „Nach einer Reihe von Todesfällen setzten Sri Lanka, Bhutan und Vietnam die Gabe von Pentavalent zunächst aus, nahmen sie nach Beratungen mit der WHO (die Pentavalent empfiehlt) jedoch wieder auf. In Indien zweifeln Mediziner wie Gopal Dabade von der unabhängigen Ärzte-Initiative All India Drug Network am Sinn des neuartigen Kombischutzes.“

    Der neue Impfstoff sei auch teurer als der bisherige Schutz durch einzelne Impfungen gewesen, hieß es in dem Bericht, der weitere Kritikpunkte nannte. Es wurde ebenso auf „potenzielle Interessenskonflikte bei Gavi“ hingewiesen: „Im Verwaltungsrat sitzen nicht nur Regierungsvertreter verschiedener Länder, sondern auch ein Entsandter der Gates-Stiftung, eine Hedgefonds-Managerin, jemand von der Investmentbank Goldman Sachs sowie ein Partner des Consulting-Konzerns BDO, zu dessen Kunden auch Pharmakonzerne gehören.“

    Impfteam: Angela Merkel und Bill Gates

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Januar 2019 beim Weltwirtschaftsforum „WEF“ in Davos weitere 600 Millionen Euro aus Deutschland für Gavi zugesagt, wie unter anderem das „Ärzteblatt“ berichtete. „Deutschland hatte der Impfallianz schon für den Zeitraum 2016 bis 2020 insgesamt 600 Millionen Euro zugesagt.“ Die Kanzlerin hatte dazu 2015 bei der Gavi-Konferenz erklärt:

    „Wir wollen so viele Kinder durch Impfung vor Krankheiten wie Lungenentzündung, Masern, schwerem Durchfall oder Röteln schützen.“

    Das gibt auch Gavi-Finanzier Gates vor, der mit der bundesdeutschen Kanzlerin seit Jahren in regelmäßigen, auch direktem Kontakt steht und von dieser regelmäßig in seinen Anliegen unterstützt wird. Das war zumindest vom ARD-Reporter und einstigem „Spiegel“- Chefredakteur Georg Mascolo am 25. März in der ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“ zu erfahren. Der vorgeblich investigative Journalist bedauerte, dass den jahrelangen Erklärungen von Gates, der Menschheit drohe eher eine Virus-Pandemie als ein Nuklearkrieg, nicht zugehört worden sei.

    Der zweite Teil der Analyse erscheint am Donnerstag. Darin wird es insbesondere um die Rolle des Microsoft-Gründers und Milliardärs Bill Gates gehen, der die Menschheit anscheinend mit Impfungen retten will. Ebenso wird kurz ein Blick auf Pharma-Lobbyisten in der bundesdeutschen Politik geworfen.

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