14:29 04 August 2020
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    Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat am Freitag mitgeteilt, dass iranische Raketen nicht dazu geeignet seien, nukleare Sprengsätze zu tragen, und das Land keine Atomwaffen besitze.

    Dem Minister zufolge missachteten die USA seit 2017 die Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates zum Atomprogramm des Irans, und Europa sei hierbei den USA gefolgt, anstatt die Resolution einzuhalten.  

    „Der Iran hat weder Nuklearwaffen noch Raketen, die anhand ihrer Konstruktion dazu fähig wären, so schreckliche Waffen zu tragen“, schrieb der Minister auf Twitter im Hinblick darauf, dass der iranische Start einer Trägerrakete mit einem militärischen Satelliten im Westen kritisiert worden war.

    Das iranische Militär hatte am Mittwochmorgen nach eigenen Angaben einen ersten militärischen Satelliten, „Nur“, mit einer Qassed-Trägerrakete erfolgreich gestartet. Das Raumgerät sei auf einer 425 Kilometer hohen Bahn ausgesetzt worden. Der Iran bekundete auch die Absicht, seine Tätigkeit in diesem Bereich fortzusetzen.

     

    Der iranische Minister ging auf den Umstand ein, dass der Resolutionstext unterschiedlich ausgelegt worden sei. Die westlichen Länder, die sich von einer falschen Deutung der Bestimmungen der Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrats leiten lassen, dürfen laut Sarif keine Lektionen darüber erteilen, was dem Iran erlaubt sei und was nicht.

    In einem Kommentar zum Raketenstart sagte der Befehlshaber der Weltraumtruppen des Corps der islamischen Revolutionswächter (Teil der iranischen Streitkräfte), Amir Ali Hajizadeh, im iranischen Fernsehen, das vom Satelliten gesendete Signal sei 1,5 Stunden nach seinem Einschuss in den Orbit empfangen worden. Der Satellit werde nach seiner Einstellung in drei bis zehn Tagen den Vollbetrieb aufnehmen. 

    US-Außenminister Mike Pompeo zog in Zweifel, dass das Aussetzen des Satelliten im Weltraum der UN-Resolution entspreche. Zugleich wurde in den USA der Erfolg der Operation anerkannt. Frankreich hat den iranischen Satellitenstart kritisiert. Das russische Außenministerium äußerte die Meinung, dass der Start des Militärsatelliten durch den Iran der Resolution des UN-Sicherheitsrates zum iranischen Atomprogramm nicht widerspreche.

    Dem Start des iranischen Satelliten war der Fehlstart eines zivilen Satelliten Anfang Februar vorangegangen. Auch im Januar 2019 war es dem Iran nicht gelungen, gleichzeitig mehrere Satelliten in den Orbit zu befördern. Dieser Versuch wurde damals von etlichen westlichen Ländern kritisiert, nach deren Meinung die Handlungen des Irans und der Einsatz von Trägerraketen zu diesem Zweck der Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates nicht entsprechen würden.

    ls/mt

     

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    Tags:
    Mike Pompeo, Mohammed Dschawad Sarif, USA, Iran