15:39 07 Juli 2020
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    Die ausgesetzte Evakuierung syrischer Flüchtlinge aus dem Lager Rukban an der syrisch-jordanischen Grenze soll laut dem Gouverneur der syrischen Provinz Homs, Talal al-Barasi, auf Betreiben Syriens und Russlands wiederaufgenommen werden. Diese Frage werde derzeit geprüft, so Al-Barasi.

    Das Lager Rukban liegt in der 55-Kilometerzone, die unter Kontrolle einer US-Militärbasis im Raum des Ortes Et-Tanf im Grenzdreieck zwischen Syrien, dem Irak und Jordanien steht. Ein an Rukban grenzendes Gebiet wird von illegalen bewaffneten Formationen kontrolliert. Dank der Bemühungen von Moskau und Damaskus konnten 2019 fast 19.800 Flüchtlinge aus dem Lager zurückgeholt werden.

    Wie der russische Außenminister Sergej Lawrow im Februar nach Verhandlungen mit seinem jordanischen Amtskollegen sagte, nutzen die USA das Flüchtlingslager als Vorwand für ihre illegale militärische Präsenz in Syrien.

    Problem mit Evakuierung

    Auf die aktuelle Situation im Camp eingehend, sagte der Gouverneur, die Evakuierung sei aus mehreren Gründen ausgesetzt worden, vor allem aber deshalb, weil das Lager von den US-amerikanischen Besatzungskräften kontrolliert werde. „Viele ausreisewillige Familien werden nicht freigelassen, damit das Lager als Herd des Terrorismus weiter bestehen bleibt.“

    Der Aufenthalt von Zivilisten auf dem Campgelände, wo wahrscheinlich „Tausende Terroristen“ untergeschlüpft seien, werde in dieser Situation als ein humanitärer Deckmantel genutzt. Die Campbewohner könnten dabei als „lebende Schutzschilder“ bei bewaffneten Zusammenstößen dienen.  

    Nach Schätzungen verschiedener internationaler Organisationen hielten sich 35.000 bis 40.000 Menschen auf dem Lagergelände auf, so Al-Barasi. Der syrischen Seite lägen jedoch keine bestätigten Angaben zur Bewohnerzahl von Rukban vor.

    Die aus dem Lager evakuierten rund 19.800 Menschen seien in ihre früheren Heimstätten zurückgekehrt. Der syrischen Seite lägen auch keine genauen Informationen über eventuelle Ansteckungen mit dem Coronavirus vor, sagte der Gouverneur. „Für die bisher letzte Flüchtlingsgruppe, die das Lager gerade zu Beginn der Epidemie verlassen hatte, wurde Quarantäne angeordnet. Die Rückkehrer werden medizinisch betreut, damit Infektionsfälle ermittelt werden können“, so Al-Barasi.

    Das an Rukban grenzende Gebiet wird von illegalen bewaffneten Formationen kontrolliert, weswegen sich im Lager eine schwierige Situation herausgebildet hat. Wie der Mitarbeiter des Pressebüros des UN-Amtes für die Koordinierung humanitärer Fragen, David Swonson, am Donnerstag gegenüber RIA Novosti sagte, sei die Uno über den Lebensmittelmangel  und die unzureichende medizinische Betreuung im Lager tief besorgt. Diese Situation sei entstanden, nachdem die Behörden den Zugang zu einer durch die Uno unterstützten Klinik auf jordanischem Territorium gesperrt hätten. Dabei sei im Lager kein einziger Fall von Ansteckung mit Covid-19 registriert worden. 

    Zuvor hatte Damaskus die Uno gebeten, die Situation mit der Ausbreitung des Coronavirus im Lager Rukban zu untersuchen. Außerdem machte das russische Außenministerium auf Informationen über einen drastischen Anstieg von Ansteckungsfällen unter den US-Soldaten aufmerksam, die sich rechtswidrig in Syrien aufhalten.     

    Laut Al-Barasi sei in der Provinz Homs kein Ansteckungsfall registriert worden, denn die syrischen Behörden hätten alle notwendigen Vorbeugungsmaßnahmen eingeleitet.

    ls/mt

     

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    Tags:
    Sergej Lawrow, Uno, Russland, Jordanien, Syrien