00:07 12 Juli 2020
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    Die Anzahl der Medienberichte mit Fehlinformationen über Russland ist laut der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa in den letzten Wochen gestiegen. Das Land befinde sich im Zentrum einer „Pandemie mit Fake-News“.

    „Wir haben unsere Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass in den letzten Wochen ein neuer Desinformationsboom, eine Pandemie mit Fake-News begonnen hat, und wir stellen fest, dass wir als Land einen der Hauptplätze in dieser seltsamen Desinformationskampagne belegen“, sagte Sacharowa am Mittwoch bei einem Briefing.

    Als Beispiel nannte sie die Berichte tschechischer Medien über den angeblichen Versuch, ein Attentat auf die am Abriss des Denkmals für den sowjetischen Marschall Iwan Konew beteiligten Beamten zu organisieren. Es gab aber auch andere Fälle. Laut Sacharowa versucht man Russland unter anderem „den Wunsch zuzuschreiben, die westliche Gemeinschaft und ihre Strukturen wie die Nato und die Europäische Union zu spalten“.

    „Ein bestimmtes Stereotyp wird eingeflößt oder beigebracht, dass alles Gefährliche aus Russland kommt“, sagte Sacharowa.

    Gleichzeitig machte sie darauf aufmerksam, dass „viele der Probleme, mit denen westliche Länder heute konfrontiert sind, tieferliegend sind“.

    „Aber einige unserer Kollegen im Westen machen sich nicht die Mühe, die Ursachen ihrer eigenen Schwierigkeiten zu analysieren, und versuchen aus Gewohnheit, die Täter von außen zu finden, nach externen Kräften zu suchen. In der Regel gehen sie einen ausgetretenen Weg und sagen, dass es hier um Russland geht“, unterstrich die Pressesprecherin.

    „Wir haben uns daran gewöhnt, dass, wenn die Ergebnisse von Wahlen oder Referenden nicht den Wünschen unserer Partner entsprechen, sie Russland sofort eine Einmischung vorwerfen“.

    Angebliche Vergiftungspläne Russlands

    Das tschechische Wochenmagazin „Respekt“ hatte am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, dass ein Mann mit einem russischen Diplomatenpass kürzlich mit dem Gift Rizin in Prag eingetroffen und vom Flughafen mit einem Diplomatenauto in die russische Botschaft gefahren worden sei. Das Gift könnte für die Vergiftung von zwei Prager Politikern bestimmt gewesen sein, so das Magazin. Die beiden hatten die Entfernung des Denkmals des sowjetischen Marschalls Iwan Konew in Prag veranlasst und damit für Ärger in Moskau gesorgt.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Bericht als „Ente“, Außenamtssprecherin Sacharowa sprach von „Fake News“ und einem weiteren Reizfaktor zwischen beiden Staaten. Außenminister Sergej Lawrow verwies darauf, dass keine Beweise für angebliche Vergiftungspläne vorgelegt worden seien.

    Die russische Botschaft warnte in einer Note an das tschechische Außenministerium vor unbegründeten Anschuldigungen gegen Russland. Die Botschaft versicherte, dass seit Mitte März keine Mitarbeiter der diplomatischen Mission am Prager Flughafen eingetroffen seien. Aus dem tschechischen Außenamt hieß es dagegen: „Fakt ist, dass ein akkreditierter russischer Diplomat vor rund drei Wochen von einer Dienstreise nach Prag zurückgekehrt und auf dem Flughafen von seinen Kollegen abgeholt worden ist.“

    sm/gs/sna

     

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    Tags:
    Pandemie, Fake-News, Außenministerium, Moskau