19:20 26 November 2020
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    Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat die Einladung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu einer Veranstaltung zum Gedenken an das Kriegsende zurückgewiesen, da auch die Teilnahme des russischen Vertreters geplant ist. Für ihn wäre das der „schlimmste Albtraum“. 

    Er wisse die Einladung zu schätzen, müsse der Gedenkfeier aber fernbleiben, sagte der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk dem „Tagesspiegel“ (Samstagsausgabe). „Nicht einmal im schlimmsten Albtraum könnte ich mir vorstellen, Kränze niederzulegen an der Seite eines Vertreters des Landes, das seit über sechs Jahren zynisch einen blutigen Krieg in der Ostukraine führt.“

    „Bis heute wurden über 14.000 Ukrainer im Laufe der immer noch andauernden russischen Aggression umgebracht. Jeden Tag und jede Nacht werden meine Landsleute verwundet und getötet“, sagte Melnyk.

    Deswegen bat der Botschafter den Regierenden Bürgermeister in einem Brief um Verständnis, dass er die Einladung nicht annehmen könne.  

    Gemeinsame Gedenkveranstaltung

    Vor wenigen Wochen erhielten drei Botschafter eine Einladung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). Gemeinsam mit den Vertretern Russlands, der Ukraine sowie Weißrusslands wollte er an diesem Samstag zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges einen Kranz niederlegen, und zwar nicht an einem der großen Denkmäler der Stadt, sondern vor einem auf den ersten Blick unscheinbaren Wohnhaus am Schulenburgring in Berlin-Tempelhof.

    In der Erdgeschosswohnung dieses Hauses befand sich in den letzten Kriegstagen der Kommandostab der sowjetischen 8. Gardearmee. Am 2. Mai 1945 unterzeichnete der deutsche General Helmuth Weidling dort den Befehl zur Kapitulation der Truppen, die bis zuletzt in Berlin gekämpft hatten. Damit war der Krieg für die Hauptstadt zu Ende.

    pd/sb

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    Tags:
    Gedenktag, Andrij Melnyk, Michael Müller, Ukraine, Russland, Berlin