07:57 27 Oktober 2020
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    Der Vorsitzende des Staatspräsidiums des Gesamtstaates Bosnien-Herzegowina, Sefik Dzaferovic, der die Einreise eines russischen humanitären Konvois in sein Land nicht genehmigt hatte, hat erklärt, Bosnien-Herzegowina könne selbständig mit der Desinfektion fertig werden. „Man muss eigene Ressourcen nutzen“, sagte er.

    Das Innenministerium des Landes hatte am Freitag den Konvoi mit Fachleuten des russischen Verteidigungsministeriums nicht über die Staatsgrenze gelassen. Die Fachleute sollten auf Einladung des Chefs des Völkerhauses der Parlamentarischen Versammlung von Bosnien-Herzegowina, Dragan Covic, bei der Bekämpfung des Coronavirus in der Föderation von Bosnien-Herzegowina, einer der beiden Entitäten des Landes, helfen. Zur Begründung hieß es, diese Angelegenheit liege in der Kompetenz des Staatspräsidiums (des kollektiven Leitungsorgans des Staates).

    „Das Präsidium von Bosnien-Herzegowina darf in diesem Fall keine Entscheidung treffen, weil keine erforderlichen Verfahren vollzogen wurden. Weder der Ministerrat von Bosnien-Herzegowina noch die zuständigen Ministerien und staatlichen Agenturen, die in diesen Prozess eingeschaltet werden sollten, haben ihre Meinung dazu geäußert“, sagte Dzaferovic gegenüber der Agentur FENA.

    Das Staatspräsidium setzt sich aus dem kroatischen Vertreter Zeljko Komsic, dem bosniakischen Vertreter Sefik Dzaferovic und dem serbischen Vertreter Milorad Dodik zusammen, deren Beziehungen zueinander recht kompliziert sein sollen.

    „Die Streitkräfte von Bosnien-Herzegowina haben eine eigene Einheit, die im Bereich Desinfektion ausgebildet ist. Als Mitglied des Präsidiums, das dafür zuständig ist, bin ich bereit, zu jeder Zeit dem Einsatz dieser Einheit in einem beliebigen Teil unseres Landes zuzustimmen“, sagte Dzaferovic. 

    „Soviel ich weiß, verfügt Bosnien-Herzegowina über eine ausreichende Menge an Desinfektionsmitteln. Bosnien-Herzegowina muss vor allem auf eigene Ressourcen setzen“, betonte der Bosniaken-Vertreter.

    Das Verteidigungsministerium Russlands hatte am 9. und 10. April mit drei Transportflugzeugen Il-76 eine Gruppe von Militärärzten und Desinfektionsfachleuten in die Republik Srbska, einen Teil von Bosnien-Herzegowina, gebracht, um bei der Bekämpfung der Covid-19-Infektion zu helfen.  

    ls/mt

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