22:13 27 November 2020
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    Westliche Staaten behindern vorsätzlich die Umsetzung der Initiative Russlands zur Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihr Heimatland und wollen damit eine „Bombe“ in den an Syrien grenzenden Ländern legen, sagte der libanesische Präsident Michel Aoun gegenüber RIA Novosti.

    „Wir haben uns davon überzeugt, dass die Rückkehr der Flüchtlinge in ihr Land von einer ernsthaften internationalen Entscheidung abhängt. (…) Die Völkergemeinschaft geht mit dieser Angelegenheit gewissenlos um. Sie wollen in den an Syrien grenzenden Ländern eine ‘Bombe’ in Gestalt von Flüchtlingen legen, selbst wenn dies zur Untergrabung der Gesellschaft, der Sicherheit und der Wirtschaft in solchen Ländern wie dem Libanon führen sollte“, so Aoun.

    Westliche Länder wollten nicht die Verantwortung für die Flüchtlinge mit diesen Ländern teilen – und das trotz der großen Möglichkeiten, über die viele Länder Europas und die USA verfügten, so Aoun. 

     Der libanesische Staatschef sagte auch, dass Beirut und Moskau in Sachen Heimführung der Syrer in Kontakt zueinander stehen würden, „besonders nach der Unterbreitung der Initiative, die auf die Unterstützung der Rückführung der Flüchtlinge in ihr Heimatland gerichtet ist“.

    „Bedauerlicherweise ist diese Initiative auf internationale Hindernisse gestoßen, die ihre Umsetzung behindern. Infolge dessen hat sich die Situation im Libanon zugespitzt. Wir sind der Meinung, dass Russland und der Libanon eine ähnliche Auffassung zum Problem der Flüchtlinge aus Syrien haben“, so Aoun.

    Westliche Länder behinderten die Rückkehr der Flüchtlinge unter dem Vorwand, dass man eine endgültige politische Lösung der Syrien-Krise abwarten sollte, die „noch in ferner Zukunft“ liege. Dies würde nach Meinung des libanesischen Staatschefs wiederum katastrophale Folgen für sein Land nach sich ziehen. 

    Aoun brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die gemeinsamen Ziele Russlands und des Libanons über die Strategie des Westens die Oberhand gewinnen werden. Er verwies darauf, dass die palästinensischen Flüchtlinge, die im Libanon leben, nun schon seit 75 Jahren auf eine politische Lösung in ihrem Land warten, um dorthin zurückkehren zu können.

    Im Libanon mit vier Millionen Einwohnern leben rund zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien und 600.000 Flüchtlinge aus Palästina. Die libanesischen Behörden haben die Völkergemeinschaft wiederholt um Hilfe gebeten, weil die libanesische Wirtschaft nicht mehr imstande sei, dieser Belastung standzuhalten.  

    ls/mt

     

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    Tags:
    Westen, Michel Aoun, Syrien, Libanon