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    Bei einer internationalen Geberkonferenz zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag eine Spende von 525 Millionen Euro zur Entwicklung eines Corona-Impfstoffes versprochen.

    Zu den Gastgebern der Online-Konferenz zählen neben der EU unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Saudi-Arabien, das den Vorsitz in der G20 innehat. Partner sind die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Bill & Melinda-Gates-Stiftung, die Impfallianz Gavi und die Weltbank.

    Ziel des globalen Bündnisses ist es, zunächst 7,5 Milliarden Euro einzusammeln und die Arzneimittel nach der Entwicklung auch ärmeren Ländern zugänglich zu machen. Den Auftakt mit einer Milliarde Euro machte die EU-Kommission.

    „Wir müssen ein Bündnis schmieden, unser Geld und unser Wissen bündeln, um die Forschung an Impfstoffen, Tests und Medikamenten gegen das Coronavirus in Schwung zu bringen“, betonte die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

    Merkel sagte für Deutschland 525 Millionen Euro zu. Frankreich versprach ebenso etwa 500 Millionen Euro.

    „Ganz wichtiges Signal“

    Die Pandemie sei eine globale Herausforderung, die auch nur global besiegt werden könne, mahnte die CDU-Politikerin. Sie sprach von einer Stunde der Hoffnung.

    „Ich finde dies in einer Zeit, in der wir nicht immer multilateral so zusammenarbeiten, wie ich mir das wünsche, ein ganz wichtiges Signal heute“, sagte Merkel und spielte damit wohl auch auf die USA an, die sich nicht an dem Bündnis beteiligen.

    Der US-Präsident Donald Trump hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO zuletzt scharf kritisiert und unter dem Namen „Operation Warp Speed“ ein eigenes Programm zur Beschleunigung der Impfstoff-Entwicklung gestartet. Die Stiftung des US-Milliardärs Bill Gates, der seit langem die Entwicklung von Impfstoffen fördert und vor Pandemien warnt, ist dagegen Teil der globalen Allianz.

    Offenbar nicht die letzte solche Konferenz

    Experten halten 7,5 Milliarden Euro als Anschubfinanzierung für nötig, um Impfstoffe, Medikamente und neue Schnelltests zu entwickeln. Die Mittel sollen später zu erschwinglichen Preisen weltweit verfügbar sein – egal, wo sie entwickelt wurden und wer dafür bezahlt hat.

    Dass die Anschubfinanzierung dafür nicht ausreichen wird, ist schon jetzt klar.

    „Wir wissen, dass dies nicht die letzte Konferenz war und dass noch mehr Anstrengungen nötig sein werden“, so Merkel.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen in 185 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 248.169 Todesopfer registriert.

    mo/mt/rtr

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    Coronavirus, Angela Merkel, EU, Deutschland