23:14 04 August 2020
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    Der Abbau des Denkmals des sowjetischen Marschalls Iwan Stepanowitsch Konjew durch Behörden des Bezirks Prag-6 ist laut dem tschechischen Staatschef Milos Zeman ein Ausdruck der Dummheit der lokalen Politiker, wie er gegenüber dem Hörfunk „Český rozhlas“ äußerte.

    Es sei eine Dummheit, die „unsere unbedeutenden Politiker begangen haben“, so Zeman. Ohne weitere Möglichkeiten zu haben, hätten diese Bezirkspolitiker mit der Aktion versucht, Aufmerksamkeit von der Gemeinschaft zu gewinnen. Zugleich betonte Zeman, dass die Reaktion Russlands darauf, also die Eröffnung eines Strafverfahrens, übertrieben sei.

    Mit Hinblick auf eine mögliche Haftung betroffener Politiker auf Russlands Bitte empfahl Zeman diesen, nicht nach Russland zu reisen. „Wenn sie nicht nach Russland reisen werden, wird ihnen nichts passieren.“

    Ferner sagte der Präsident, er würde keinen Medienberichten Glauben schenken, wonach ein angeblich aus Russland angekommener Agent beabsichtigt hätte, mit dem Abbau des Denkmals von Marschall Konjew verbunde Politiker zu vergiften. Unter den drei Geheimdiensten, die Tschechien habe, vertraut Zeman laut seinen Aussagen am meisten der militärischen Aufklärung:

    „Sie verfügte nicht über solche Information (über einen Russen mit einem Gift).“

    Russland und EU

    In Bezug auf Perspektiven für das Zusammenwirken Russlands und der EU zeigte sich Zeman überzeugt, dass Russland „in zehn bis 20 Jahren“ EU-Mitglied werde. Russland sei ein untrennbarer Teil des kulturellen Europa-Raums.

    Unter anderem bestätigte der Präsident seine Teilnahme an den Moskauer Feierlichkeiten anlässlich des 75. Jahrestages vom Ende des Zweiten Weltkrieges, die wegen der Corona-Pandemie auf den September verschoben wurden.

    Abriss der Statue

    Das Denkmal des sowjetischen Marschalls Iwan Stepanowitsch Konjew in einem Stadtbezirk von Prag wurde am 3. April abgebaut. Das geschah auf Initiative des Bezirksbürgermeisters Ondrej Kolař durch einen Mehrheitsbeschluss des Stadtbezirksrates, nachdem es zuvor beschmiert worden war. 

    Der Sprecher des tschechischen Präsidenten Milos Zeman, Jiří Ovčáček, bezeichnete den Abriss des Denkmals als eine Schande für das Land. Ovčáček wies darauf hin, dass der Marschall das Vernichtungslager Auschwitz und die Tschechoslowakei von den deutschen Nazis befreit habe.

    Die russische Botschaft drückte ihrerseits dem tschechischen Außenministerium entschiedenen Protest aus. Außenminister Sergej Lawrow sprach von „empörenden und zynischen“ Handlungen.

    Russlands Staatsanwaltschaft leitete wegen der Schändung von Symbolen des russischen Militärruhms ein Strafverfahren ein.

    Konews Denkmal wurde Ende der 1970er - Anfang der 1980er Jahre auf Initiative der Stadtverwaltung in Prag errichtet. Es wurde auf Kosten der Einwohner aus Dankbarkeit dafür errichtet, dass der Heerführer befohlen hatte, während der Befreiung der Stadt von den Nazis im Mai 1945 keine schwere Artillerie einzusetzen, um die Gebäude zu erhalten.

    ak/ae

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    Tags:
    Dummheit, Milos Zeman, Prag, Abbau, Konew-Denkmal, Russland, Tschechien