02:55 20 Oktober 2020
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    Kremlsprecher Dmitri Peskow hat sich zu dem angeblich von Russland gesteuerten Hackerangriff auf den Bundestag geäußert. Laut Peskow verfügt Moskau über keine Informationen zu Hackern, die den Angriff verübt haben sollen. Zuvor hatte die Bundesanwaltschaft einen internationalen Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen russischen Agenten erwirkt.

    Laut der Süddeutschen Zeitung hat der Generalbundesanwalt einen internationalen Haftbefehl gegen den 29-jährigen russischen Soldaten Dmitri Badin erwirkt. Dem Mann werden geheimdienstliche Agententätigkeit und Ausspähen von Daten vorgeworfen. Gefragt von Journalisten, nahm der Kremlsprecher dazu Stellung.

    „Ich habe in diesem Fall leider oder zum Glück nichts zu kommentieren. Ich weiß nicht, wen Deutschland auf die Fahndungsliste gesetzt hat, von welchen Hackern die Rede ist und warum dieser Hacker unbedingt mit dem GRU (Zentralorgan des russischen  Militärnachrichtendienstes – Anm. d. Red.) in Verbindung stehen soll“, sagte Peskow.

    Den Erkenntnissen des Bundeskriminalamtes (BKA) zufolge soll Badin eine entscheidende Rolle bei dem Angriff auf den Bundestag gehabt haben, indem er eine eigens entwickelte Schadsoftware gesteuert hat, mit der dann Passwörter abgegriffen wurden.

    2015 drangen Hacker in das IT-System des Deutschen Bundestags ein und stahlen mehr als 16 Gigabyte Daten – darunter zahlreiche E-Mails von Abgeordneten. Ziel des Angriffs soll sogar das Abgeordnetenbüro von Kanzlerin Angela Merkel gewesen sein. Schon damals wurde dahinter der russische Geheimdienst vermutet.

    Angaben zufolge soll die USA bereits seit zwei Jahren nach Badin suchen. Die US-Bundespolizei FBI geht davon aus, dass der Russe auch an den Hackerangriffen auf die Demokratische Partei im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2016 und auf die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA beteiligt war.  

    Immer wieder wird Russland vorgeworfen, Cyberangriffe gegen westliche Länder durchzuführen. Einer der größten Vorwürfe der letzten Jahre bezieht sich auf die US- Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016. Russland soll sich damals in die US-Wahlen eingemischt und ihren Ausgang beeinflusst haben. Moskau wies diese Anschuldigungen wiederholt als unbegründet zurück.

    mka/gs

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    Tags:
    Bundestag, Moskau, Cyberangriffe